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Nach Pisa-Schock: „Ich frage mich, ob der eine oder andere Politiker nicht verstanden hat, wie ernst die Lage ist“

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09.09.2026

Herr Neckov, in der neuen Pisa-Studie schneidet Deutschland sehr schlecht ab. Hatten Sie damit gerechnet?

TOMI NECKOV: Mir war klar, dass die Ergebnisse nicht besser werden. Es gab einfach zu viele Anzeichen.

NECKOV: Naja, egal ob das jetzt die Wirtschaft ist oder ob es die Eltern oder Lehrkräfte sind: Von vielen Seiten hört man, dass die Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen nachlassen, vor allem, was das Leseverständnis betrifft. Das, was da in den letzten Jahren wahrgenommen und auch in anderen Studien schon gezeigt wurde, hat Pisa jetzt bestätigt.

Von den Anzeichen mal zu den Gründen. Was sehen Sie denn als die Hauptursache für das schlechte Abschneiden?

NECKOV: Das ist natürlich sehr komplex. Es gibt aber ein paar Punkte, die für mich relativ klar sind und das sind vor allem gesellschaftliche Entwicklungen. Ich glaube, dass das Aufwachsen von Kindern in einer digitalen Umgebung mit KI, Tablets, Handy und Social Media einer der Hauptfaktoren ist. Dadurch gerät das Lesen immer weiter in den Rückstand. Durch Lehrkräftemangel und fehlende Gelingensbedingungen an Schulen können wir das hier auch nicht adäquat abfangen. Auch das Familienbild hat sich verändert, Kinder können leider oft weniger Unterstützung aus dem Elternhaus bekommen wie das früher noch der Fall war.

Spielt denn das Thema Bildung in Familien heute eine geringere Rolle?

NECKOV: Ich glaube schon, dass Bildung nach wie vor eine große Rolle spielt, schließlich wollen die Eltern das Beste für ihr Kind, und eine gute Bildung ist eben die Voraussetzung für ein gutes Leben. Aber leider wird Bildung oft vor allem den Schulen überlassen. Und die haben massive Probleme. Gerade einmal 18 Prozent der Schülerinnen und Schüler geben bei Pisa an, an einer Schule ohne Lehrkräftemangel zu lernen. Angesichts dessen ist es schwer, an der Schule alle Herausforderungen zu stemmen.

Sie haben eben Social Media angesprochen. Wie wirkt sich das auf das Leservermögen aus?

NECKOV: Die Aufmerksamkeitsspanne nimmt durch Social Media ab. Pisa zeigt, dass das........

© Südkurier