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Chef der Uno-Flüchtlingshilfe: „Ich kann sie nicht in den Krieg zurückschicken“

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19.03.2026

Im Nahen Osten tobt ein Krieg, dessen Ende nicht absehbar ist. Bevor er ausbrach, waren weltweit rund 117 Millionen Menschen auf der Flucht. Wie viele sind seither dazu gekommen?

MARK ANKERSTEIN: Vorläufigen Schätzungen zufolge liegt die Zahl der Binnenvertriebenen in der Region bei 4,1 Millionen, davon mehr als 800.000 im Libanon. Aber dieser Krieg hat gerade erst begonnen. Sobald die zivile Infrastruktur zunehmend betroffen ist, werden es wohl mehr. Es bleibt zu befürchten, dass das bald der Fall sein könnte.

Sie rechnen mit einem längeren Konflikt?

ANKERSTEIN: Ich glaube nicht, dass dieser Krieg in wenigen Tagen unter Kontrolle ist. Es wird weitere Fluchtbewegungen geben. In der gesamten Region stehen Hilfsgüter aus unseren regionalen und nationalen Vorräten für einen raschen Einsatz bereit. Zu den Hilfsgütern gehören Familienzelte, Decken, Schlafmatten, Küchensets, Eimer, Kanister und Solarlampen. Geschwindigkeit ist der entscheidende Faktor.

Der Krieg treibt Energiepreise. Was bedeutet das für Flüchtlingshilfeorganisationen?

ANKERSTEIN: Je mehr Krisenherde es gibt, desto mehr Mittel müssen verteilt werden. Es steht immer weniger Geld zur Verfügung. Sprit brauchen auch wir zum Transport unserer Güter. Wird der teurer, kostet die Hilfe mehr.

Hinzu kommt, dass viele Regierungen die Budgets für Entwicklungshilfe kürzen. Die USA aber auch die Bundesregierung...

ANKERSTEIN: Die Budgets der Staaten sind in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen: mehr Militär, weniger humanitäre Hilfe. Ich will hier keine........

© Südkurier