Gemeinschaft der Ministranten unterstützen
Fast 15 Jahre engagierte sich Susanne Kuhn ehrenamtlich als Ministrantenbeauftragte in der Pfarrgemeinde St. Bernhard Wald der Pfarrei Herz Jesu Sigmaringen. Ein Ministrantenbeauftragter der katholischen Kirche ist für die Organisation der Ausbildung und Begleitung der Ministranten (Minis) in einer Pfarrei zuständig und stellt die Schnittstelle zwischen der Ministrantengruppe und der Gemeindeleitung dar. In dieser Zeit begleitete Susanne Kuhn viele Messdiener vom Kommunionkind bis zum jungen Erwachsenen. Warum stehen junge Menschen freiwillig am frühen Sonntagmorgen auf, ziehen liturgische Gewänder an, um ihren Ministrantendienst zu leisten? „Ministrieren heißt übersetzt dienen“, erklärt Susanne Kuhn. Um zu dienen, brauche es ein Umfeld, in dem man sich wohlfühle. Große Ministranten begleiten die neuen Ministranten mit großer Selbstverständlichkeit als Paten. Das schafft eine feste Gemeinschaft. Ministranten unterstützen durch ihren Dienst den Priester bei der Feier von Gottesdiensten, Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen.
Kleine Hilfen für die Ministranten
Susanne Kuhn ist auch Mesnerin in St. Bernhard. Froh waren die frischgebackenen Ministranten, wenn sie ihnen im Gottesdienst mit einer unauffälligen Geste, einem kleinen Zeichen oder Blick eine Aufforderung zum Handeln zuwarf. Doch auch außerhalb der Gottesdienste bringen sich die Ministranten von St. Bernhard ein. Bei Schnee und Kälte ziehen sie, wie viele andere Ministranten, fast zwei Tage als Sternsinger von Haus zu Haus, bringen den Segen fürs neue Jahr und sammeln Spenden für Kinder in aller Welt. Sie greifen als Fastenopfer zu Besen und Schaufel und putzen den Kirchenvorplatz.
Ministranten arbeiten 72-Stunden-Tage und halbe Nächte bei Wind und Wetter und schaffen nachhaltige 72-Stundenprojekte in ihrer Gemeinde, richten die Mariengrotte her oder stellen mit Unterstützung Ruhebänke an beliebten Spazierstrecken auf. Durch diese Aktionen finden die Ministranten einen aktiven Zugang zu Kirche und Glauben.
Susanne Kuhn ist 67 Jahre. Die ausgebildete Erzieherin arbeitete lange Jahre in der Heimschule Kloster Wald und übernahm noch heute dort Nachtdienste. Zudem betreute sie Kinder als Tagesmutter. Sie selbst hat vier erwachsene Kinder und zwei Enkel.
15 Jahre organisierte Susanne Kuhn die Aktivitäten der Gruppe und packte selbst tatkräftig mit an. „Mein Ziel in der Ministrantenarbeit war stets, aufzuzeigen, dass das Wirken in einer starken Gemeinschaft jeden Einzelnen bereichert und sich jeder Einzelne gleich stark einbringen kann“, sagt Susanne Kuhn.
Sie brachte sich mit Ideen ein, wenn es darum ging, Geld für eine Ministrantenwallfahrt nach Rom durch das Aufsammeln von Streuobst, einen Kuchenverkauf oder Sockenverkauf zu verdienen. Doch auch Ausflüge wie Kanufahren, Klettern und die Minihütte sowie die alljährlichen Mini-Tage stärken die Gemeinschaft des „bunten Haufens“. Als Fahrerin der Sternsinger in die umliegenden Ortsteile erlebte sie auch mal „brenzlige Situationen“ mit dem Weihrauchfass auf dem engen Raum, berichtete bei der Verabschiedung die Oberministrantin Laura Kattner.
„Susanne Kuhn schaute auch immer über den Tellerrand hinaus“, unterstrich Laura Kattner. So nahmen die Ministranten St. Bernhard Wald am Umweltpreis der Erzdiözese Freiburg teil und pflanzten 2020 einen Umweltbaumlehrpfad mit zehn Bäumen auf dem Waldsportpfad Erlosen. Im Jahr 2017 erreichten die Walder Minis mit dem Projekt „Vom Bienenstock zum Honigbrot“ den fünften Platz und trafen bei der Preisübergabe Erzbischof Stephan Burger. Beeindruckend war auch der Empfang der Walder Sternsinger im Staatsministerium 2018 in Stuttgart.
Noah Droxner wird Nachfolger
Die Ministranten St. Bernhard dankten Susanne Kuhn für eine Zeit auf Augenhöhe, für ihre Geduld und Ruhe. All dies wäre nicht ohne den Einsatz der Eltern möglich gewesen, die die Sternsinger mit Kochen, Fahrdiensten und dem Nähen neuer Sternsingergewänder unterstützten.
Die Anerkennung der Pfarrer für die Ministranten sei ein unbezahlbares Zeichen der Wertschätzung, so Susanne Kuhn. „Schön ist, dass ich durch meine Mesnertätigkeit weiterhin Kontakt zu den Minis habe“, freut sich Susanne Kuhn. Noah Droxner, selbst seit vielen Jahren Ministrant und Oberministrant, übernimmt fortan das Amt als Ministrantenbeauftragter. Er wurde wie Oberministrantin Luzia Bär nach 14 Jahren Ministrantendienst verabschiedet. Als neue Ministranten von St. Bernhard wurden Maele Bucher und Ariane Amann willkommen geheißen.
Sandra Häusler Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis
88639 Wald Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis
Sternsinger Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis
