Der Verein Spielraum Bodensee stellt sich vor: „Spielen ist eine Kultur“, die alle verbindet
Begegnungsräume schaffen, Menschen zusammenbringen und Grenzen überwinden – aus dieser Idee ist der Verein Spielraum Bodensee entstanden. Seit Februar 2025 gibt es ihn offiziell. Doch wer steckt eigentlich dahinter? Die Idee zu den ersten Konstanzer Spieletagen kam Andreas Jüttler Anfang 2024. Auf dem Fahrrad, wie er erzählt: „Ich habe einen Podcast zu den Bremer Spieletagen gehört.“ In Bremen finden die Spieletage bereits seit 2007 regelmäßig statt. „Und dann habe ich gedacht, wenn wir hier so ein Potenzial haben, dass wir so was einfach auch veranstalten könnten.“ Gemeinsam mit seinem Bruder Michael Jüttler und den drei „Spiel des Jahres“-Preisträgern Michael Palm, Thomas Sing und Steffen Bogen entwickelte er die Idee weiter.
Spielen als wichtiges Kulturgut
Durch das Bürgerbudget erhielten sie schließlich rund 8000 Euro zur Umsetzung. Doch mit der Förderzusage stellte sich eine praktische Frage. „Dann kam der Bescheid und auf welches Konto das Geld überwiesen werden soll. So ist uns dann die Idee gekommen: Wir brauchen einen Verein“, sagt Andreas Jüttler.
Beim Antrag auf Gemeinnützigkeit wollte der Verein zwei Ziele anerkennen lassen: „Das eine ist die Völkerverständigung, das haben sie auch anerkannt, und das andere die Kulturförderung“, so Andreas Jüttler. Letzteres sei jedoch nicht anerkannt worden. „Aber es ist ein wichtiges Anliegen unseres Vereins, dass wir auch zeigen, dass Spielen eine Kultur ist“, sagt er. Das Spielen von Brettspielen wurde im März 2025 auch von der UNESCO als Immaterielles Kulturerbe anerkannt. „Spielen ist etwas, was es in jeder Kultur von klein auf gibt. Kinder und Säuglinge lernen, zu spielen und die Welt zu entdecken“, so Andreas Jüttler.
Regelmäßige Spieleabende gehören einfach dazu
Inzwischen zählt der Verein 37 Mitglieder – fast doppelt so viele wie im Gründungsjahr. Fest zum Programm gehören die regelmäßigen Spieleabende, die abwechselnd in Wollmatingen und Litzelstetten stattfinden. Die Termine stehen auf der Internetseite des Vereins spielraum-bodensee.de. „Es kommen immer so zwischen 40 und 60“, erzählt Andreas Jüttler. In Litzelstetten seien es etwas weniger, aber auch dort fänden sich regelmäßig 30 bis 40 Spielbegeisterte ein. Eine große Auswahl bietet die vereinseigene Spielesammlung mit derzeit rund 320 Spielen. Möglich werden die Spieleabende auch durch die Unterstützung der Gemeinden, die Räume zur Verfügung stellen, so Andreas Jüttler.
Was die beiden Vorstände am liebsten spielen
Doch was spielen die beiden Vorstände eigentlich selbst am liebsten? Für Michael Jüttler kommt es auf die Mitspieler an: „Mit unseren Kindern spiele ich momentan besonders gern ‚Boss Fighters QR‘, bei dem wir gemeinsam als Helden gegen ganz verschiedene Bosse in einem dynamischen Kampf antreten, wobei immer alle bis zum Schluss mitfiebern.“ Ein strategisches Spiel, das ebenfalls oft auf dem Tisch landet, ist „Seti“. „Dort durchsuchen wir als Forschungsinstitut das All nach außerirdischem Leben, mit dem Ziel, möglichst viele Punkte durch die Entdeckung des Weltalls zu sammeln.“
Für Andreas Jüttler ist das Spiel „Arche Nova“ fast schon ein moderner Klassiker. Dabei baut man einen Zoo auf. Man gewinnt aber nicht, „indem man nur möglichst viel Geld einnimmt, sondern indem man ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Punkten für Attraktivität und Artenschutz finden muss, um möglichst erfolgreich zu sein.“ Mit seinen Kindern spielt er gern „Wonder Book“: „Ein Abenteuerspiel, das eine fortlaufende Geschichte erzählt und bei dem der Spielplan ein Pop-up-Buch ist.“ Allein darin sehe man, wie vielfältig die Spielewelt inzwischen sei.
Andreas Jüttler (38 Jahre) ist erster Vorstand des Vereins Spielraum Bodensee. 2006 kam er nach Konstanz, um dort Wirtschaftspädagogik zu studieren. Er ist Vater von drei Kindern und arbeitet an der Pädagogischen Hochschule Thurgau in Kreuzlingen. Sein Bruder Michael Jüttler (37) ist zweiter Vorstand des Vereins. Gemeinsam studierten die Brüder an der Universität Konstanz im gleichen Lehrstuhl und teilten sich ein Büro. Der 37-Jährige ist Vater von vier Kindern und arbeitet als Lehrer in Winterthur für Wirtschaft und Mathematik und als Dozent an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Steffen Bogen (57) ist Professor an der Universität Konstanz für Kunstwissenschaft und Kunstgeschichte. Er entwickelt selbst Brettspiele. „Schnappt Hubi!“ wurde als Kinderspiel des Jahres 2012, „Camel Up“ als Spiel des Jahres 2014 ausgezeichnet.
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