GEAS tritt in Kraft: Die Festung Europa schließt die Tore
Es gibt ein Bild und einen Satz, die den inneren Wandel dieses Landes veranschaulichen wie wenig Vergleichbares. Das Bild zeigt Angela Merkel und einen Flüchtling, aufgenommen mit einem Handy. Der Satz lautet: „Wir schaffen das.“ Er hat einen Eintrag im Onlinelexikon Wikipedia und steht auch in großen Lettern an einer Hauswand in Berlin-Mitte. Gesagt hat ihn Merkel am 31. August 2015, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise. Das Selfie hat der syrische Flüchtling Anas Modamani am 10. September 2015 geschossen. Es ging um die Welt. Mehr als zehn Jahre danach wirken das Bild und der Satz wie aus der Zeit gefallen.
Heute käme Bundeskanzler Friedrich Merz (wie Merkel in der CDU) nicht auf die Idee, sich in einer Asylunterkunft fotografieren zu lassen, und die gesellschaftliche Debatte kreist darum, was Deutschland in der Migrationspolitik nicht geschafft hat. An der deutschen Grenze kontrolliert die Polizei, und in Europa kommen ab diesem Freitag Flüchtlinge in Auffanglager, wo zunächst ihr Asylantrag geprüft wird. Wer keinen Schutz erhält, soll abgeschoben werden.
Die CSU kritisierte damals Merkels Migrationspolitik
Es gibt einen zweiten Satz, der den Mentalitätswechsel in Deutschland und Europa mit wenigen Worten verdichtet: „Natürlich verdanken wir unseren Wiederaufstieg in erster Linie der Flüchtlingskrise.“ Gesprochen hat ihn Alexander Gauland, die graue Eminenz der AfD, Ende 2015. Die Partei führt aktuell die Umfragen als stärkste Kraft an.
Das Selfie mit Flüchtling und Merkels Satz stehen für die verblichene Willkommenskultur, als Menschen an Bahnhöfen eintreffende Flüchtlinge mit Applaus begrüßten, Zimmer in ihren Wohnungen freimachten und Deutsch unterrichteten. Der Tenor in den Medien lautete damals, aus Syrien kämen hauptsächlich Ärzte, Ingenieure und Programmierer nach Deutschland. Die deutsche Wirtschaft werde sehr davon profitieren. Wer die Willkommenskultur kritisch sah oder ablehnte,........
