Allein 9600 Tote in einer heißen Woche: „Doch Hitze steht nicht auf dem Totenschein“
Das Bewusstsein ist getrübt, die Haut ist trocken und steht in Falten ab, der Körper ist geschwächt. Manchmal müssen sie die Patienten ins Krankenhaus mitnehmen. Manchmal müssen sie sie vor Ort in ihrem Zuhause reanimieren. Und dann gibt es noch Fälle, da können sie nur den Tod feststellen.
Wenn Notärztinnen und Notärzte in diesen Tagen zu Einsätzen gerufen werden, finden sie häufig alte, dehydrierte Menschen in ihren Wohnungen vor. Viele von ihnen haben eine Vorerkrankung. „Die Hitze ist da der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt“, sagt der Notarzt Florian Reifferscheid. Seit 2019 ist er der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands. Seit 18 Jahren fährt er schon auf Einsätze. Das seit Wochen anhaltende extreme und heiße Wetter bringt ihn und seine Kolleginnen und Kollegen gerade an ihre Grenzen.
RKI meldet rund 9600 Tote allein durch extrem heiße Juniwoche
Noch Ende Juli sprach das Robert-Koch-Institut (RKI) von knapp 10.000 Hitzetoten seit Jahresbeginn. Jetzt korrigiert es diese Zahl nach oben. Das RKI spricht in seinem aktuellen Wochenbericht sogar von rund 12.000 Hitzetoten. Einen Großteil der Sterbefälle führt es allein auf die extrem heiße Woche Ende Juni zurück: Etwa 9600 Hitzetote zählt........
