menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Ab GdB 50: Können schwerbehinderte Menschen bei diesem Anbieter sparen?

10 0
09.04.2026

Ein einfacher Brief, ein Bescheid vom Versorgungsamt, darauf die Mitteilung: Ein Grad der Behinderung ab 50 wurde festgestellt, damit liegt eine Schwerbehinderung vor. Was lediglich wie eine Formsache erscheint, stellt für den Alltag der betroffenen Personen eine weitreichende Veränderung dar. Denn mit einem Schwerbehindertenausweis profitieren Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen von sozialen Entlastungen und finanziellen Erleichterungen.

Ob bei der Steuer, dem öffentlichen Nahverkehr oder Streaming-Portalen: Für schwerbehinderte Menschen gibt es in verschiedenen Bereichen spezielle Vergünstigungen. Allerdings sind viele dieser Nachteilsausgleiche nicht einheitlich geregelt. Oftmals hängen die Leistungen von regionalen Bestimmungen, individuellen Lebensumständen und zusätzlichen Nachweisen ab. So stellt sich für viele Menschen mit einer Schwerbehinderung die Frage: Welche Vorteile bieten Anbieter tatsächlich und wo kann wirklich gespart werden?

Grad der Behinderung: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um finanzielle Vorteile zu erhalten?

Um in Deutschland von den Vorteilen für Menschen mit Behinderung zu profitieren, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Zentral ist dabei der sogenannte Grad der Behinderung (GdB), der offiziell festgestellt wird. Erst ab einem GdB von 50 gilt eine Person als schwerbehindert und hat Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis, erklärt der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung.

Außerdem spielen sogenannte Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis eine entscheidende Rolle: Sie kennzeichnen die Art und Schwere der Einschränkung und bestimmen, welche konkreten Nachteilsausgleiche gewährt werden. So erfordern etwa Parkerleichterungen oder Rabatte beim Autokauf spezifische Merkzeichen wie „aG“ oder „Bl“, während steuerliche Vorteile an konkrete Ausgaben oder Pauschbeträge geknüpft sind, informiert die Plattform enableme.de.

Bei vielen Dienstleistern gelten wiederum spezielle Regelungen – so auch beim Streaming- und Versanddienst Amazon Prime.

Wie können Menschen mit Schwerbehinderung bei Amazon Prime sparen?

Amazon Prime bietet zwar keinen gesonderten Rabatt für Menschen mit Schwerbehinderung – jedoch können sie die Mitgliedschaft unter gewissen Voraussetzungen zu einem ermäßigten Preis beantragen. Statt regulär 8,99 Euro zahlen berechtigte Nutzer monatlich dann nur 4,49 Euro, wie der Website des Anbieters zu entnehmen ist.

Der Streaming- und Versanddienstleister gewährt keinen Rabatt allein aufgrund eines Schwerbehindertenausweises. Stattdessen müssen Nutzer bestimmte Kriterien erfüllen und Nachweise erbringen, wie Amazon informiert. Dazu gehören:

Rundfunkbeitragsbefreiung: Wer von der Rundfunkbeitragszahlung befreit ist (unter anderem bei Bezug von Bürgergeld oder Sozialhilfe), kann den Rabatt nutzen. Wichtig zu wissen: Auch Menschen mit einer Schwerbehinderung können unter Umständen von einem reduzierten Rundfunkbeitrag profitieren oder sich ganz davon befreien lassen.

Sozial- oder Familienpass: Viele Kommunen stellen solche Pässe aus, in der Regel für Menschen mit geringem Einkommen, wie im BayernPortal nachzulesen ist. Teilweise stehen sie auch Haushalten zu, in denen ein schwerbehindertes Kind lebt – das gilt beispielsweise für den Landesfamilienpass in Baden-Württemberg.

Nachweis erforderlich: Die benötigten Dokumente müssen bei Amazon hochgeladen werden und gelten jeweils für 12 Monate.

Erst mit diesen Nachweisen kann der reduzierte Preis beantragt werden. Zudem prüft Amazon die Berechtigung nach eigenen Angaben personenbezogen: Der Name auf den Dokumenten muss mit dem Kontoinhaber übereinstimmen.

Nele Honig Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis

Grad der Behinderung Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis

Schwerbehinderung Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis


© Südkurier