Neue Diskussion um Nazi-Dichter: Folgt VS der Gemeinde Gaienhofen?
Ludwig Finckhs literarischer Ruhm ist verblasst. Sein bekanntestes Werk, „Der Rosendoktor“, ist nur noch antiquarisch zu haben, und auch seine sonstigen Schriften haben die Zeiten nicht überdauert. Auch die steinernen Zeugnisse seines mehr als fünf Jahrzehnte währenden Aufenthalts im Höri-Künstlerort Gaienhofen dürften bald verschwinden, soll doch sein ehemaliges Wohnhaus dort vermutlich schon bald abgerissen werden.
Und doch beschäftigt Ludwig Finckh die Kommunalpolitik – zuletzt den Gemeinderat Gaienhofen und aktuell auch wieder die Stadtverwaltung Villingen-Schwenningen.
In Gaienhofen stellte sich der dortige Gemeinderat im Dezember 2025 der Frage, ob Ludwig Finckh nicht der Ehrenbürgertitel aberkannt werden sollte. Formal erlischt die Ehrenbürgerwürde nach dem Tod, sodass die jetzt getroffene Entscheidung über den 1964 verstorbenen Finckh eher symbolischer Natur ist.
Die Entscheidung des dortigen Gemeinderats war klar: Der Literat ist aus der Liste der Ehrenbürger gelöscht worden, und auch ein nach ihm benannter Weg wird künftig einen anderen Namen tragen.
Diese Entscheidung ist auch in Villingen-Schwenningen angekommen, gibt es doch in Schwenningen einen Weg dieses Namens. Hellhörig wurde man innerhalb der Stadtverwaltung deshalb, weil der VS-Gemeinderat vor zwölf Jahren ebenfalls über Finckh diskutiert hatte – mit bis heute offenem Ausgang.
Hintergrund dafür, sich in Gaienhofen näher mit dem 1876 in Reutlingen geborenen Autor und Mediziner zu befassen, war dessen Rolle im........
