Sie bringen Leben in die Stadt: Aktionsgemeinschaft Tiengen feiert 50. Geburtstag – und hat viel vor
Die Belebung und Verschönerung der Tiengener Innenstadt - das war ein wesentlicher Grundgedanke, der zur Gründung der Aktionsgemeinschaft Tiengen führte. 50 Jahre ist das her. Und was aus dieser Idee erwachsen ist, sucht wohl seinesgleichen. Heute ist die Aktionsgemeinschaft ein breitangelegtes Netzwerk aus Geschäftsleuten, Vereinen und Bürgern, das ein vielseitiges Veranstaltungs- und Aktionsprogramm auf die Beine stellt und ermöglicht. Und das jedes Jahr. Wenn das mal kein Grund zum Feiern ist.
Fußgängerzonen-Pläne bildeten Startschuss
Anlass, um sich überhaupt Gedanken wegen der Tiengener Innenstadt zu machen, seien die Bestrebungen gewesen, die Hauptstraße zur Fußgängerzone zu machen, erinnert sich Kurt Reckermann, Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft: „Ziel war es, als gemeinsame Interessenvertretung aufzutreten.“ Auch, aber nicht ausschließlich, ging es um den Einzelhandel. Von Beginn an sei die Aktionsgemeinschaft ausdrücklich nicht als Handels- oder Gewerbeverein der Innenstadt konzipiert gewesen, sondern habe allen offen gestanden, die dazu beitragen wollten, die Außenwirkung der Stadt zu erhöhen, so Reckermann weiter. Im Lauf der Zeit wurde aus dem Verband ein Netzwerk aus Geschäftsleuten, Bürgern, Vereinen und Unternehmen, die ihren Sitz im gesamten Stadtgebiet haben.
Sichtbares Zeichen der Zusammenarbeit mit den Händlern und Gewerbetreibenden in Waldshut ist etwa der gemeinsame WT-Gutschein. Und zunehmend an Bedeutung gewinnt auch die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung in Person der Citymanagerinnen Monika Studinger und Carina Kirves. „Es hat sich gezeigt, dass Kooperationen unerlässlich sind, wenn wir Projekte realisieren wollen und sich viele Synergien nutzen lassen“, so Mit-Geschäftsführerin Nicola Kögel.
Von der Großveranstaltung bis zum netten Hingucker
Die Organisation und Unterstützung von Veranstaltungen, Aktionen und Angeboten aller Art war von Beginn an ein wesentlicher Bestandteil der Vereinsarbeit: Zum Repertoire zählen Massenveranstaltungen wie verkaufsoffene Sonntage ebenso wie kleine Akzente, die die Menschen einfach zum Genießen und Entdecken nach Tiengen locken.
Nicht immer musste das Rad neu erfunden werden, wie die Vorsitzende Zara Tiefert-Reckermann darstellt. Die Wurzeln für die Hoorige Mess‘ reichen beispielsweise weiter zurück als die Aktionsgemeinschaft. Auch das Jazzfest „Tiengener Sommer“ wurde schon sehr früh initiiert – eigentlich als Angebot für Daheimgebliebene in den Sommerferien.
Es kamen aber auch immer wieder neue Ideen dazu - der Gebrauchtfahrradmarkt zum Beispiel oder die Luftart -, es wurde ausprobiert und gefeilt. Genau diese Mischung mache den Unterschied zu anderen Städten, ist Tiefert-Reckermann überzeugt.
Breite Basis in der Gesellschaft
Möglich macht all das eben auch die besondere Vereinsstruktur. „Wir hatten immer eine breite Basis in der Stadt“, verdeutlicht Kurt Reckermann. Bis in den Vorstand hinein sei die Struktur ungewöhnlich, denn dieser setzt sich neben einer klassischen Vereinsführung aus Beiräten zusammen, die sich jeweils auf einzelne Themen spezialisiert haben. Das erleichtere die Arbeit sehr.
Außerdem halte die Bereitschaft, in der Aktionsgemeinschaft mitzuarbeiten, ungebrochen an: „Man wächst buchstäblich in die Aktionsgemeinschaft hinein. Das hat in manchen Familien Tradition“, sagt Nicola Kögel. Aber ganz generell fänden sich immer wieder Menschen, die sich mit Begeisterung einbringen wollten. Das sei wichtig, denn die Bedeutung der Aktionsgemeinschaft für Tiengen bleibe groß, die Themen wandelten sich aber zunehmend.
Die Aktionsgemeinschaft
Der Verein hat 180 Mitglieder aus Handel, Handwerk, Gastronomie, Vereinswelt und Bürgerschaft. Die Vereinsführung setzt sich aus etwa 20 Personen zusammen, die jeweils unterschiedliche Schwerpunktthemen übernehmen. Die Aktionsgemeinschaft hat das Ziel, mit Veranstaltungen und kulturellen Aktionen auf die Vorzüge Tiengens aufmerksam zu machen und Publikum in die Innenstadt zu holen.
Jubiläum wird bei Veranstaltungen thematisiert
Aber freilich: 50 Jahre Aktionsgemeinschaft sind in erster Linie ein Anlass, mit Stolz auf das Geleistete zurückzublicken und zu feiern. Bei allen Veranstaltungen des Jahres werde das Jubiläum eine Rolle spielen, kündigt das Führungstrio des Vereins an. Offizieller Auftakt des Reigens ist der verkaufsoffene Sonntag am 29. März, der unter anderem mit einer Sektbar und einem Jubiläumsgewinnspiel aufwartet.
Ein besonderes Schmankerl ist das Kunstprojekt „Alltagsmenschen“, das die Aktionsgemeinschaft gemeinsam mit den Citymanagerinnen von Waldshut-Tiengen auf die Beine stellt. „Während der Sommermonate werden 40 Skulpturen in der Innenstadt zu sehen sein“, verrät Zara Tiefert-Reckermann. Es sei ein Glücksfall, dass dieses Projekt in Tiengen Station macht. Denn gemeinhin seien die Beton-Figuren der Künstlerin Laura Lechner nur in größeren Städten zu sehen.
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