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Die vergessene Krise Afghanistans: Der Hunger wächst, die Hilfe schwindet

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14.08.2026

Afghanistan ist ein Land, das mit westlichen Maßstäben nur schwer zu fassen ist. Die Kultur wirkt archaisch mit all ihren strikten Regeln und Gesetzmäßigkeiten. Die gewaltigen Berge des Hindukusch sind so rau wie faszinierend, während die Hauptstadt Kabul an manchen Tagen an ihrem eigenen Dreck, den Abgasen, dem Gehupe zu ersticken scheint. An der einen Ecke thronen Moscheen, deren blaue Kacheln in der Sonne glitzern. An der anderen betteln Kinder um eine kleine Gabe. Jaclyn Dolski lebt – mit Unterbrechungen – seit vielen Jahren in diesem Land der Widersprüche. Von 2019 bis 2023 war sie in der Entwicklungshilfe tätig, seit April ist sie erneut in Afghanistan. Die Kanadierin arbeitet für die Welthungerhilfe. Gerade ist sie von einer Reise in den Norden des Landes zurückgekehrt.

Häufig kommt es nicht mehr vor, dass sie von Journalisten angerufen wird. Fünf Jahre sind vergangen, seit die Taliban in einer Art Blitzaktion die Macht im Land übernommen haben. Am 15. August 2021 eroberten sie die Hauptstadt Kabul. Durch den Abzug der westlichen Soldaten gerät auch die humanitäre Lage in Afghanistan zunehmend aus dem Blick. Und die ist gerade dramatisch. 17,4 Millionen Menschen im Land leiden laut aktuellen Erhebungen unter akutem Hunger, rund 22 Millionen Menschen – und damit fast die Hälfte der Bevölkerung - sind auf humanitäre Unterstützung angewiesen.

Hilfsorganisationen kämpfen mit sinkenden Geldern

„Es geht nicht einfach nur darum, dass es nicht genug Lebensmittel gibt“, berichtet Dolski. „In Afghanistan verderben frische Lebensmittel, bevor sie überhaupt auf den Tellern der Menschen landen.“ Die vielen Krisen, die die Gesellschaft zur gleichen Zeit durchleben müsse, hätten die Menschen geschwächt. „Familien verlieren........

© Südkurier