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Der Fall Liebich – von einem Rechtsextremisten, der die deutsche Justiz zum Narren hält

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15.04.2026

Es war das Aussehen, das dem Rechtsstaat die eigene Verachtung demonstrieren, ihn an einer empfindlichen Stelle treffen sollte. Auf dem Kopf ein breitkrempiger Hut, darunter ein blaues Tuch. Auffällige goldene Ohrringe und ein Oberteil mit Leopardenmuster rundeten das Outfit ab. Was nicht zu dem mondänen, damenhaften Style passte, war der markante graue Schnurrbart, der mitten im Gesicht von Marla Svenja Liebich prangte. Das Foto ging über Wochen durch die Presse. Ausgerechnet ein Rechtsextremist, der queere Menschen einst als „Parasiten der Gesellschaft“ bezeichnet hatte, wollte ganz offensichtlich die Justiz vorführen.

Im Januar 2025 ließ er – damals noch mit seinem Geburtsnamen Sven Liebich – seinen Geschlechtseintrag auf „weiblich“ ändern. Da er (in diesem Text verwenden wir die männliche Form für Liebich) kurz vorher wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden war, sollte er den Gesetzen entsprechend in ein Frauengefängnis eingeliefert werden. Ein politischer Sturm folgte. Doch Liebich tauchte vor der Inhaftierung ab. In der vergangenen Woche ging er den Behörden in Tschechien ins Netz – und beschäftigt nun erneut die deutsche Justiz: Er wehrt sich gegen seine Auslieferung nach Deutschland.

Nach Liebich wurde europaweit........

© Südkurier