menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Die Ostsee wartet auf ihre Rettung

18 0
24.04.2026

Buckelwal „Timmy“ wird wohl nicht der letzte Wal sein, der sich in die Ostsee verirrt und dort mit Fischernetzen, Unterwasserlärm und Nahrungsknappheit kämpft. Das Binnenmeer ist für seine tierischen Bewohner wie Besucher kein gänzlich angenehmes Umfeld. Finn Viehberg, Leiter des Ostsee-Büros der Organisation World Wide Fund for Nature (WWF) sagt: „Die Ostsee ist ein Intensivpatient.“

In die Ostsee sickern zu viele Düngemittel aus der Landwirtschaft

Messungen zeigen laut Viehberg, dass das Brackwassermeer – der Name kommt von seiner Mischung aus Salz- und Süßwasser – schon seit mindestens vierzig Jahren krank ist. Finanziert mit Geldern aus EU-Fördertöpfen, filtere die kommunale Abwasserreinigung seit gut dreißig Jahren Nährstoffe zunehmend besser heraus. Doch gelange weiterhin zu viel Phosphat und Stickstoff in die Ostsee. Viehberg sagt: „Wir sind oberhalb einer Schwelle, bei der es der Ostsee möglich wäre, sich selbst zu heilen.“ Ihr Stoffwechsel ist zudem langsam.

Bis das Wasser der Ostsee einmal ausgetauscht ist, vergehen laut Viehberg zwanzig bis vierzig Jahre. Die schwere „Nährstofffracht“ führe zu Algenblüten und in der Folge zu einer Trübung des Ostseewassers. Dadurch dringe weniger Sonnenlicht auf den Meeresgrund und die Seegraswiesen........

© Südkurier