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Wo Vertrauen Grenzen braucht – so beugen Konstanzer Vereine sexuellen Übergriffen vor

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29.08.2026

Die Hamburger Segelszene war schockiert, die Wellen schlugen hoch. Zwischen 2015 und 2023 missbrauchte ein Trainer zweier Segelvereine laut dem Fachmagazin „Yacht“ mehrere Kinder, zum Teil bei gemeinsamen Segelfreizeiten. Das Landgericht verurteilte den Trainer, das Urteil ist rechtskräftig.

Obwohl bei den beiden Vereinen Warnungen vorlagen, reagierten sie völlig unterschiedlich. Einer entließ den Trainer, der andere setzte die Zusammenarbeit fort – und es kam zu weiteren Übergriffen. Der Fall zeigt, wie entscheidend es sein kann, ob ein Verein vorbereitet ist: Was geschieht, wenn ein Verdacht aufkommt oder ein Kind signalisiert, dass eine Grenze überschritten wurde? Wer hört zu, wer entscheidet über die nächsten Schritte?

Kinder geraten in Loyalitätskonflikte

Vereine sind besondere Orte. Kinder verbringen dort viel Freizeit, fahren zu Wettkämpfen und ins Trainingslager. Trainerinnen und Trainer werden wichtige Bezugspersonen. Gerade das macht Vereinsarbeit wertvoll – und verlangt Aufmerksamkeit. „Erlebnisse in Vereinen sind für Kinder entwicklungsfördernd“, sagt die Konstanzer Sexualpädagogin Anneke Vögele. Die Beziehung zu Trainern sei oft von Respekt und Bewunderung geprägt. Komme es zu Übergriffen, könnten Kinder deshalb in einen Loyalitätskonflikt geraten. Vereine bagatellisierten Grenzverletzungen mitunter aus Hilflosigkeit, „weil sie es nicht glauben wollen“.

Ein Schutzkonzept soll Regeln für solche Fälle schaffen. In Konstanz ist es inzwischen Voraussetzung für die städtische Jugendförderung. Knapp 25 Konzepte liegen dem Amt für Bildung und Sport derzeit........

© Südkurier