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Vom Freiheitsdrang zum Fest: So hat sich der Turnsport in zwei Jahrhunderten entwickelt

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12.05.2026

Heute bunt, fröhlich und inklusiv – doch die Wurzeln des Turnens sind überraschend politisch und alles andere als unbeschwert. Das Landesturnfest in Konstanz zeigt, wie sich aus nationalem Aufbruch, Verboten und Revolutionen eine lebendige Bewegung entwickelt hat, die bis heute Generationen verbindet. Unbeschwert und fröhlich wirken sie, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Landesturnfests. Von Aerobic über Trampolin, von Indiaca bis Einhand-Volleyball – ganz im Sinne von „frisch, fromm, fröhlich, frei“.

Das Motto, das noch heute viele Vereinsfahnen mit den vier „F“ ziert, geht auf den „Turnvater“ Ludwig Jahn zurück. Doch mit unbeschwerter Bewegung, Party und Geselligkeit – also dem, was moderne Turnfeste prägt – hatte Jahn ursprünglich wenig im Sinn. Selbst das oft missverstandene Wort „fromm“ meinte keineswegs religiöse Frömmigkeit, sondern vielmehr Tüchtigkeit und Fleiß. Ziel war die „geistige Formung einer Nation“ – zu einer Zeit, in der es diese Nation noch gar nicht gab.

Turnfeste galten als Tarnung für politische Versammlungen

Die Turnbewegung hat nämlich stark nationale Wurzeln. Sie sollte dazu beitragen, die napoleonische Fremdherrschaft zu überwinden. Neben der körperlichen Ertüchtigung der Jugend ging es den Turnern auch um politische Ziele: Sie forderten ein geeintes Deutschland. 1811 eröffnete Jahn den Turnplatz in der Berliner Hasenheide – die Keimzelle des organisierten Turnens. Und von Beginn an war das Angebot........

© Südkurier