Das Kreuz mit dem Leinerkreuz
Eher unscheinbar und wenig einladend ist die Kuppe des Salzbergs in Konstanz. Die Radfahrer, die auf der Mainaustraße vom Stadtzentrum in Richtung Allmannsdorf radeln, sind froh, die kurze Steigung überwunden zu haben, und nur selten geht der Blick dabei nach rechts. Hier steht, eher zurückhaltend und unauffällig, das Leinerkreuz, auch als „das schöne Kreuz am Salzberg“ bekannt. Doch nicht immer war dieses Kreuz „schön“, und es entwickelte sich vor einigen Jahren fast zu einem lokalen Politikum.
1723 von Ulrich Leiner errichtet
Im Jahr 1723 ließ der Konstanzer Ulrich Leiner auf dem Salzberg ein Holzkreuz errichten. Es stand damals neben einem Gasthaus; das Grundstück war im Besitz des Klosters Petershausen. Zahlreiche Wegkreuze markierten den Weg von der Innenstadt in Richtung Staad. Ein Sturm im Jahr 1863 zerstörte zwar das Holzkreuz, doch Leiner hatte vorgesorgt. Im Kloster Petershausen waren eine Stiftungsurkunde und ein stattlicher Geldbetrag hinterlegt, sodass das Kreuz in seiner heutigen Form neu erstellt wurde. Bedingt durch Baumaßnahmen wurde das Kreuz mehrfach versetzt, und seit 1953/54 steht es an der heutigen Stelle.
Lange wurde es dann still um das Kreuz, dem Wetter und Umwelteinflüsse massiv zusetzten. Um den Jahrtausendwechsel ergriffen einige Handwerker rund um Wolfgang Rolle die Initiative, um das Kreuz ehrenamtlich zu renovieren. Doch die Stadt reagierte eher zögerlich; das Engagement zur Verschönerung wurde ausgebremst. Im Jahr 2009 rückte das Kreuz, bedingt durch Baumfällungen, mehr in den Blick und damit auch der schlechte optische Zustand. Erneut ergriff der Handwerker-Stammtisch die Initiative, erneut wurde jedoch vonseiten der Stadt gebremst.
Anfrage ans Haus Baden brachte die Wende
Es stellte sich heraus, dass die Besitzverhältnisse nicht ganz unkompliziert waren. Das Kreuz selbst war vermutlich als Folge der Säkularisierung des Klosters Petershausen im Besitz des Markgrafen von Baden, der Grund, auf dem es steht, gehörte jedoch der Spitalstiftung. „Das Kreuz mit dem Kreuz“ titelte der SÜDKURIER im Juni 2009.
Die Handwerker-Initiative schien zu resignieren, zumal die Informationen der Stadt nicht immer korrekt erschienen. Eine Anfrage ans Haus Baden brachte dann aber wieder Leben in die Sache, denn hier traf man nicht nur auf Zustimmung, sondern auch auf finanzielle Unterstützung. Auch die Verwaltung musste reagieren, und so war schließlich im Juli 2010 im SÜDKURIER zu lesen: „Schmuckstück am Wegrand fertig“.
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78467 Konstanz Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis
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