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Was Papst Leo XIV. an Ostern anders macht als sein Vorgänger

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29.03.2026

An diesem Sonntag beginnt die Karwoche im Vatikan und sie wird anders sein als in den vergangenen Jahren. Denn mit Leo XIV. ist nicht nur ein relativ junger Papst im Amt. Der 70-jährige US-Amerikaner, der in seiner Freizeit Tennis spielt und Fitnessübungen macht, gilt auch als ziemlich gesund. Das ist an sich keine Nachricht, nach den Jahren mit dem schwer angeschlagenen und schließlich am Ostermontag 2025 gestorbenen Papst Franziskus aber doch eine Neuigkeit. Nun kann das Oberhaupt der katholischen Kirche das höchste Fest der Christenheit wieder in vollem Umfang bestreiten.

Mit dem Palmsonntag beginnen die Feierlichkeiten

Die Feierlichkeiten beginnen an diesem Sonntag. Auf dem Petersplatz feiert Leo XIV. am Palmsonntag die Gedenkmesse zum Einzug Jesu in Jerusalem. Die Feier beginnt mit einer Prozession und der Segnung von Palm- und Olivenzweigen am Obelisken auf dem Petersplatz. Damit beginnt die Karwoche. Die Silbe „Kar“ stammt übrigens vom althochdeutschen Wort kara, das so viel wie Trauer, Klage oder Kummer bedeutet und auf den Tod Jesu am Karfreitag verweist.

Am Gründonnerstag feiert Leo XIV. vormittags die sogenannte Chrisam-Messe im Petersdom, bei der der Papst die heiligen Öle weiht, die für Taufen, Firmungen, Weihen und Krankensalbungen verwendet werden. Franziskus begab sich abends zur Messe vom letzten Abendmahl meist in eine Haftanstalt in Rom – ein Signal der Demut und Verbundenheit mit Ausgegrenzten. Leo nimmt die alte päpstliche Tradition wieder auf und feiert die „Missa in Coena Domini“ in der Basilika San Giovanni im Lateran. Die Geste ist aber weniger eine Abkehr von Franziskus als eine Rückkehr zu alten Gepflogenheiten.

Papst Leo begeht den traditionellen Kreuzweg am Kolosseum

Am Freitag folgt nachmittags die Karfreitagsliturgie im Petersdom. Abends begeht Papst Leo den traditionellen Kreuzweg am Kolosseum. Franziskus stand dem Ereignis zuletzt 2023 vor. Die Zeremonie ist – wie die gesamte Osterwoche für den Papst – anstrengend, die Erkältungsgefahr für den bereits angeschlagenen Argentinier war damals zu hoch. Leos gute körperliche Form wird ihm zugutekommen.

Am Ostersonntag feiert das Christentum die Auferstehung Jesu. Als Oberhaupt der katholischen Kirche zelebriert Leo XIV. vormittags die Ostermesse auf dem Petersplatz. Anschließend spendet er mittags von der Mittelloggia des Petersdoms den berühmten Segen „Urbi et Orbi“, der Stadt Rom und dem Weltkreis.

Vor dem Ostersonntag geht es noch kurz nach Monaco

Am Palmsonntag wird Leo bereits einen intensiven Kurztrip in den Knochen haben. Tags zuvor bricht er zu seiner zweiten Auslandsreise auf, sie führt ihn – für neun Stunden – in das Fürstentum Monaco, den nach dem Vatikan kleinsten Staat der Welt. Auf seiner ersten Reise als Papst hatte Leo XIV. im Dezember die Türkei und den Libanon besucht, die Fahrt war noch im Pontifikat seines Vorgängers geplant worden. Dass der Nachfolger von Papst Franziskus, selbsterklärter Vorkämpfer für Arme und Benachteiligte, für seine erste eigene Auslandsreise ausgerechnet den Staat mit der höchsten Millionärsdichte der Welt aussucht, ist kurios.

Leo „ehrt“ mit seinem Besuch eine umstrittene Entscheidung des Staatsoberhaupts, Prinz Albert. Obwohl das Parlament einen Gesetzentwurf zur weitgehenden Legalisierung der Abtreibung mit 19 zu 2 Stimmen verabschiedet hatte, legte dieser im Dezember sein Veto ein und blockierte das Gesetz. Das geltende Recht spiegele die katholische Identität Monacos wider, so die Begründung. Der Papst wiederum hatte auf einer Konferenz im Januar Abtreibung „als größten Zerstörer von Frieden“ bezeichnet. Kein politisches System könne Frieden beanspruchen, „wenn es ungeborene Kinder vom Leben ausschließt“.

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