Jetzt werden die ersten Details bekannt: Diese Party ersetzt Rock am Segel
„Rock am Segel“? Schon lange war der Name des Mini-Festivals am Radolfzeller Konzertsegel, das Jahr für Jahr die Sommerferien eingeläutet hat, eher irreführend als eindeutig. Was 1999 als echte Rock-Veranstaltung begonnen hatte, war es zuletzt schon lange nicht mehr. In den vergangenen Jahren wurden zwar immer noch einzelne Rock-Bands dazugebucht, aber vielmehr als Alibi denn als Haupt-Act. Kostiantyn Murashko ist Teil des Jugendgemeinderats Radolfzell und kann davon ein Lied singen. Er ist seit mittlerweile drei Veranstaltungen Teil des Teams, half 2023 erstmal beim Auf- und Abbau mit. Heute ist er maßgeblich an der Planung und Durchführung des Events beteiligt.
„Rock am Segel gibt es seit über 25 Jahren. Damals war Rockmusik noch ziemlich im Trend“, erzählt der 20-Jährige. „Doch Trends verändern sich und wir sind mittlerweile schon längst kein reines Rock-Festival mehr.“ Das Problem: Weil der Name dennoch erstmal weiterbestand, kam es oftmals zu Verwirrungen. „Also dachten wir uns: Es wird Zeit für einen Imagewechsel“, so Murashko. 2025 setzte das Mini-Festival also zum ersten Mal in seiner Geschichte für ein Jahr aus – um nun in diesem Jahr am 24. Juli ab 18 Uhr mit neuem Namen und neuem Konzept zurückzukehren. Die ersten Details stehen nun auch schon fest.
Bodensee Beats statt Rock am Segel, Qualität statt Quantität
„Wir haben dieses Jahr auf Qualität statt Quantität gesetzt und uns für zwei sehr bekannte Bands entschieden“, verspricht Kostiantyn Murashko. „Beide haben etwa 100.000 Spotify-Hörer im Monat.“ Die erste Band – Lovehead – ist schon bekannt, die nächste wird in den kommenden Wochen auf dem Instagramkanal des Events veröffentlicht.
Außerdem wird – wie auch in den Jahren zuvor – ein DJ für das musikalische Rahmenprogramm sorgen. Der große Unterschied an dieser Stelle ist jedoch, dass er diesmal für weit mehr als nur angenehme Hintergrundmusik sorgen soll. „Wir wollen die Leute schon zu Beginn auf die Tanzfläche kriegen“, sagt Murashko. Deswegen gibt es statt House-Musik in diesem Jahr eher bekannte Songs und Remixes. Kostiantyn Murashko vergleicht es mit der Musik, die oft auch bei der Hemdglonker-Party läuft – nur ohne Fasnachtshits eben.
Aftershow-Party in Radolfzell am Bodensee geplant
Dass der DJ auch nach dem Main-Act gegen 22 Uhr nochmal für Stimmung sorgen soll, hat tatsächlich einen besonderen Grund: Mit der ersten Ausgabe von „Bodensee Beats“ wird es auch eine zugehörige Aftershow-Party in einer externen Location geben. „Wir organisieren auch Busse, die die Gäste dann vom Konzertsegel dorthin bringen“, erklärt Kostiantyn Murashko.
Nicht nur die Stadt unterstützt das Projekt, auch ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen ließe sich das Festival nicht umsetzen. Deswegen werden genau die auch wieder händeringend gesucht. Wer Lust hat, sich am Festivalabend oder beim Auf- und Abbau zu beteiligen, kann die Organisatoren einfach via Instagram kontaktieren. Selbstverständlich erhält man dafür auch freien Eintritt am Festivalabend sowie Getränke und Zugang zum Backstage-Bereich.
Mit dieser Neuerung reagiert der Jugendgemeinderat auf die Wünsche und das Feedback der Gäste in der Vergangenheit. Die erlebten zum Ende der Veranstaltung um 23:30 Uhr oft, dass die Stimmung auf dem Höhepunkt war. Weil das Angebot aber fehlte, konnte oft keiner mehr weiterziehen. „Das war schon immer schade – und ist umso besser, dass wir es dieses Jahr anders machen können“, freut sich Murashko.
Eine echte Besonderheit
Wer nun aber glaubt, das Festival würde mit steigendem Bekanntheitsgrad der Acts und zusätzlichem Angebot auch teurer werden, täuscht sich. „Tatsächlich liegen wir mit unseren Preisen weiterhin weit unter dem Preis, den die Acts auf ihren ‚normalen‘ Konzerten verlangen“, sagt der Organisator, ohne jedoch genaue Zahlen zu nennen. „Außerdem wird es neue Vergünstigungen für Jugendliche von 14 bis 21 Jahren aus Radolfzell und Umgebung geben.“ Wer aus Radolfzell, Markelfingen, Böhringen, Liggeringen, Möggingen, Güttingen oder Stahringen kommt, erhält seine Eintrittskarte für einen nochmal geringeren Preis. Dafür müsse man einfach an der Vorverkaufsstelle seinen Ausweis vorzeigen.
So ein Event auf so niederschwellige Art und Weise anzubieten sei eine echte Besonderheit. „Man muss sich wirklich mal in Baden-Württemberg umschauen: Welcher Jugendgemeinderat hat die Chance, ein Festival solcher Größe völlig selbstständig zu organisieren?“, bestätigt Kostiantyn Murashko. „Die Stadt unterstützt uns da seit jeher tatkräftig – und dass wir dieses Jahr so auffahren können, was die Bands angeht, wäre ohne das Stadtjubiläum auch gar nicht möglich.“ Denn weil Bodensee Beats als Bürgerprojekt angemeldet ist, wird das Projekt in diesem Jahr mit bis zu 10.000 Euro von der Stadt bezuschusst.
Julia Mähl Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis
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