Agrarwissenschaftler zum Klimawandel: „Kartoffeln und Zuckerrüben rechnen sich dann kaum noch“
Der erste Teil des Hightech-Forschungsgewächshauses an der Universität Hohenheim steht: Im sogenannten Phytotechnikum untersuchen Wissenschaftler mithilfe modernster Technik unter anderem die Robustheit von Pflanzen in Zeiten des Klimawandels. Ralf Vögele, Dekan der Fakultät für Agrarwissenschaften, erklärt, was Hitze, Trockenheit und Starkregen für die Landwirtschaft der Zukunft bedeuten.
Herr Professor Vögele, wie stark hat der Sommer Ihre Sicht auf Klimawandel und Landwirtschaft verändert?
Ralf Vögele: Wir beobachten seit einigen Jahren eine konstante Zunahme der Hitzetage und sinkende Wasserreserven. Dieses Jahr war absolut extrem. Beim Weizen hatten wir am Ende praktisch eine Noternte. Kulturen wie Kartoffeln und Zuckerrüben waren mancherorts an der Grenze zum Totalausfall. Generell wird Wasser in Zukunft ein knappes Gut werden.
Wie wirkt sich das auf Bewässerung aus?
Vögele: Schon jetzt werden Wasserentnahmen stärker reguliert. Für die Landwirtschaft gibt es zeitweise ein striktes Verbot, Wasser aus Oberflächengewässern zu entnehmen, und stellenweise darf selbst aus Tiefbrunnen nicht mehr gepumpt werden. Beregnung ist aber auch teuer. Gemüsebauern im Rheintal sind darauf angewiesen, weil sandige Böden ohne Bewässerung kaum Ertrag bringen. Aber klassische Weizen- oder Maisflächen........
