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E-Autos aus zweiter Hand: Ist der Kauf von gebrauchten Elektrofahrzeugen zu empfehlen?

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wednesday

Der Markt für Elektroautos wächst, doch bei den Neuwagen sind Modelle unter 30.000 Euro Kaufpreis nach wie vor Mangelware, vor allem wenn sie als „made in Germany“ gelten. Doch selbst 25.000 Euro sprengen für viele das Haushaltsbudget für Mobilität. Daher rückt der Gebrauchtmarkt zunehmend in den Fokus, da die ersten Modelle seit zehn Jahren und mehr auf der Straße sind und auch jüngere, drei- bis vierjährige Gebrauchte als Leasings-Rückläufer jetzt zunehmend zur Verfügung stehen. Bei gebrauchten Stromern sind vor allem Akkulebensdauer, Reichweite und Technik die Themen. Wie sieht es hier am Hochrhein damit aus?

Immer mehr gebrauchte Stromer auf dem Markt – auch am Hochrhein?

Ja, das gilt auch für die Region. Bis zu 15 E-Autos aus zweiter Hand, vom Kleinwagen bis zum SUV, stehen auf dem Hof von Autohaus Waser/Automarkt 2000 in Waldshut-Tiengen. Bei Tiefert in Lauchringen listet die Suche etwa 60 gebrauchte E-Autos auf. Hier überwiegen mit etwa Fiat 500 und Opel Corsa sowie Mokka die Kleinwagen.

Was kosten die Gebrauchten im Schnitt?

Bei Autohaus Waser/Automarkt 2000 reicht die Bandbreite von 10. 000 bis 36.000 Euro, je nach Fahrzeugklasse, Alter, gefahrene Kilometer und Ausstattung. Das Gros ist drei bis vier Jahre alt. Bei Tiefert liegen die Preise bei einem Drittel der Angebote unter 20.000 Euro. Mehr als 30.000 Euro kosten hier nur ganz wenige. Beim Alter liegen sie ähnlich wie bei Autohaus Waser/Automarkt 2000.  

Die Leute sind bei gebrauchten Stromern vor allem vorsichtig, weil sie denken, dass die Leistung der Akkus zu gering ist. Stimmt das?

Da sind sich regionale Händler einig: Die Akkus sind auch nach drei bis vier Jahren noch top. „Bei mir steht kein gebrauchtes E-Auto, das nicht noch 90 Prozent Akkukapazität hätte“, sagt Georg Frohm, Geschäftsführer von Autohaus Waser/Automarkt 2000. Fabian Tiefert, Geschäftsführer von Tiefert, tönt ähnlich. Entsprechend hoch sind so auch die zu erzielenden Reichweiten der Fahrzeuge. Beide Hochrhein-Händler stellen den Käuferinnen und Käufern Batteriezertifikate aus, die das belegen sollen.

Nun fördert der Bund wieder den Kauf von neuen E-Autos mit einer Prämie von bis zu 6000 Euro. Lohnen sich dann gebrauchte überhaupt noch?

6000 Euro ist ja der Maximalbetrag, die Prämie kann also auch geringer sein. In aller Regel liegen auch mit der Maximalsumme die Neuwagenpreise noch über den der gebrauchten. Wenn also etwa ein Peugeot e-2008 neu ab 35.000 Euro kostet, steht er bei Waser mit Baujahr 2021 und 15.700 Kilometern auf dem Tacho für die Hälfte auf dem Hof. Für einen neuen Opel E-Corsa müssen in der Regel 30.000 Euro und mehr auf den Tisch gelegt werden. Bei Tiefert sind es für einen vierjährigen gebrauchten mit 40.000 Kilometern 15.200 Euro. So sagt denn auch Tiefert: „Gebraucht kaufen rechnet sich immer noch.“

Aber dafür habe ich beim Neuwagen auch Garantie, die beim Gebrauchten wegfällt, oder?

Eine Neuwagengarantie, in der Regel über drei bis fünf Jahre, gibt es bei gebrauchten zwar nicht. Aber bei den Akkus, dem wichtigsten und teuersten Teil eines E-Autos, geben die Hersteller ohnehin Garantien von bis zu zehn Jahren. So sagt Frohm: „Der Garantiewunsch ist beim Kauf eines gebrauchten E-Autos kein Thema.“

Die neue Förderung soll voraussichtlich im Mai starten und auch rückwirkend für E-Autos gelten, die seit dem 1. Januar 2026 neu zugelassen wurden. Anträge können Privatpersonen voraussichtlich ab Mai stellen. Gefördert werden vollelektrische Autos, und Plug-in-Hybride, nicht aber gebrauchte E-Autos. Beantragen können die E-Auto-Förderung Privatpersonen mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen des gesamten Haushalts von bis zu 80.000 Euro. Die Einkommensgrenze verschiebt sich für bis zu zwei Kinder (unter 18) um 5000 Euro je Kind nach oben. Sie liegt bei Familien mit zwei oder mehr Kindern damit bei maximal 90.000 Euro zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen.

Aber beim Neuwagen gewähren oft die Hersteller ja auch noch Rabatte, die es bei gebrauchten nicht gibt? Spricht das nicht gegen zweite Hand?

„Im Moment ist mit der neuen staatlichen Förderung alles im Umbruch“, sagt Tiefert. Reagieren die Hersteller darauf, indem sie jetzt eigene Rabatte herunterfahren? Tiefert: „Im Moment sieht es eher so aus, dass sie sogar noch was drauflegen.“

Was ist eigentlich mit E-Autos aus China, kann ich die am Hochrhein auch kaufen?

Laut Frohm, Geschäftsführer von Autohaus Waser/Automarkt 2000, ist sein Unternehmen gerade mit dem chinesischen Hersteller BYD einig geworden. Der Verkauf dieser E-Autos werde demnächst beginnen.  Gebrauchte E-Autos des chinesischen Herstellers GWM (Great Wall Motor) bietet schon jetzt etwa das Bernauer Autohaus Schmidt an.

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79761 Waldshut-Tiengen Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis

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