Jetzt ist es raus! Ikea eröffnet 2027 ein neues Möbelhaus am Bodensee
Wie sieht die Zukunft des schwedischen Möbelriesen in Vorarlberg aus? Diese Frage hat das Management von Ikea Österreich bei einem Pressetermin am Mittwochvormittag beantwortet. Und es kommt tatsächlich so, wie viele schon vermutet hatten: das ehemalige Kika-Gebäude in Dornbirn wird zum Ikea-Einrichtungshaus. Vor zwei Wochen hat Ikea das Gebäude gekauft. Für Herbst 2027 ist die Eröffnung geplant. Der Konzern investiert eigenen Angaben zufolge rund 65 Millionen Euro in den Standort.
Ikea sieht in Vorarlberg großes Wachstumspotenzial
Vorarlberg zählt für Ikea zu den Regionen mit besonders großem Wachstumspotenzial. Gleichzeitig war es den Verantwortlichen zufolge in den vergangenen Jahren aufgrund begrenzter verfügbarer Flächen schwierig, einen passenden Standort für ein Einrichtungshaus zu entwickeln. Bislang war Ikea in Dornbirn mit einem Planungsstudio im Messepark vertreten. „Seit fünf Jahren sind wir inzwischen hier und stellen eine große Nachfrage fest“, sagt die zuständige Gebietsleiterin von Ikea, Alexandra Dürr. Das Planungsstudio sei eines der Ersten seiner Art gewesen – und das abseits großer Metropolen.
Aus Kika wird Ikea: So soll das Gebäude umgebaut werden
„Das Interesse der Menschen ist ungebrochen und so habe man nach neuen Möglichkeiten gesucht, um zu wachsen“, so Alexandra Dürr. Mit dem leer stehenden Kika-Gebäude, das nur wenige Schritte vom Messepark entfernt auf der anderen Straßenseite liegt, habe sich diese Chance ergeben. Bereits in wenigen Wochen, im April oder Mai, sollen die Bau- und Gewerbegenehmigungen bei den Behörden eingereicht werden. „Im Sommer werden erste vorbereitende Arbeiten starten“, erklärte Wolfgang Kietreiber-Makari, Expansionsverantwortlicher bei Ikea Österreich. Der Start der Bauarbeiten sei dann für September oder Oktober vorgesehen, abhängig von der Erteilung der Genehmigungen.
„Wir haben sehr lange daran gearbeitet, jetzt kann die Realisierung beginnen“, freut sich Wolfgang Kietreiber-Makari. Mit der Verwendung eines bestehenden Gebäudes könne der Standort ressourcenschonend entwickelt und gleichzeitig effizient umgebaut werden. „Das ist eine sinnvolle Möglichkeit, ein bestehendes Gebäude zu nutzen“, betont er. Neue Flächen müssten so nicht versiegelt werden. Wie das Gebäude künftig von Außen aussehen wird, dazu wird noch nicht allzu viel verraten. Fest steht, dass statt des klassischen Ikea-Komplexes ein architektonisches Gebäude vorgesehen ist. „Mit einer Holzfassade, die in die Region passt“, erklärt Wolfgang Kietreiber-Makari.
Fünf Ebenen, Restaurant, 7000 Produkte: Das bietet das neue Ikea-Möbelhaus
Mit einer Fläche von 16.000 Quadratmetern zählt der neue Standort in Ikea-Dimensionen eher zu den kleineren Einrichtungshäusern, soll aber alle Angebote bieten, die zu einem Einkauf dazugehören. Insgesamt gibt es im Gebäude fünf Ebenen. Drei stehen für die Kunden zur Verfügung, zwei werden für Logistik und Administration genutzt. Im Außenbereich und in der Tiefgarage sollen rund 340 Parkplätze entstehen. Was die Verkehrssituation betrifft, stehe man in engem Austausch mit den Verkehrsplanern vor Ort, hebt der Expansionsmanager hervor. Der Standort sei auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.
Kunden finden am neuen Standort die üblichen Ikea-Elemente. „Dazu zählen der Showroom mit Wohnwelten und Planungsbereichen, die Markthalle mit Wohnaccessoires sowie die Selbstbedingungshalle für sofort verfügbare Möbel“, zählt Marktmanagerin Petra Gidebratt Kaindl auf. Außerdem werde es ein schwedisches Restaurant und den Schwedenshop geben.
170 neue Jobs: Was das Projekt für die Region bedeutet
Insgesamt werden rund 7000 Produkte präsentiert, etwa 5400 werden direkt vor Ort verfügbar sein. „Auch größere Möbelserien wie Pax können unmittelbar mitgenommen werden“, so Petra Gidebratt Kaindl. Zudem gebe es umfangreiche Abhol- und Lieferoptionen. Am neuen Standort entstehen über alle Bereiche hinweg rund 170 neue Arbeitsplätze. Das Planungsstudio im Messepark bleibt bis zur Eröffnung des neuen Einrichtungshauses geöffnet.
Warum Ikea bisher nicht am Bodensee vertreten war
Die Stadt und das Land hatten sich zuletzt positiv über eine mögliche Ansiedlung von Ikea in Dornbirn geäußert. Es wird der erste Standort des schwedischen Möbelriesen in Vorarlberg sein. In ganz Österreich betreibt Ikea derzeit acht Einrichtungshäuser, sieben Planungsstudios, zwei Logistikzentren und elf Abholstationen. Pläne für ein Ikea-Einrichtungshaus am Bodensee hatte es bereits 2017 gegeben. In Lustenau schien damals ein Standort gefunden worden zu sein, jedoch scheiterten die Pläne am Widerstand der Bevölkerung. Daher fahren Kunden derzeit vom Bodensee für einen Einkauf bei Ikea nach Ulm oder St. Gallen. In Villingen-Schwenningen soll Ikea ebenfalls Interesse an einem Standort bekundet haben, diesen momentan noch prüfen.
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