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Für Badener besonders schwer: Wie spricht man Kakao richtig aus?

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03.04.2026

Wäre man in seinem ganzen Leben nur von Badenern umringt, wäre das erstmal schön, auf Dauer aber arg monoton. Nur ein Problem hätte man definitiv nicht: dass man für seine Aussprache des Wortes Kakao gehänselt, verlacht und gedemütigt wird. Denn es ist ja klar, da steht Kakao, also spreche ich Ka-Ka-O. Kann ja gar nicht falsch sein, eher stimmt doch dieses alberne Ka-Kau nicht, das Nordlichter und Oxford-Deutsche aus ihrem Rachen pressen. Naja, leider doch. Der Duden sagt, das genau das die richtige Aussprache ist, und maximal noch ein Ka-Kao in zwei Silben erlaubt ist, aber nicht die badische Doppeltrennung, diese höchste Respektbekundung vor jedem einzelnen Vokal ist leider schlichtweg falsch.

Abgeleitet sind alle Bezeichnungen der Super-Bohne vom Aztekischen, also aus der Ursprache der heute Mexiko zugehörigen Weltregion, wo die Frucht schon früh angebaut wurde. Damals sagte man: „cacauatl“. Da muss man schon einräumen: Ka-Kau kommt dem deutlich näher in der Aussprache. Eine Erkenntnis so schmerzhaft wie der Preis eines Lindt-Hasen! Auch ein Schwede mischt übrigens mit: Naturwissenschaftler Carl von Linné gab dem Baum noch den Beinamen Theobroma cacao - Theobroma heißt auf griechisch nicht weniger als Götterspeise, man muss in ihm wohl den ersten Schoko-Superfan sehen.

Immerhin, auch Ka-Ka-O zu sagen ist noch korrekter als von Kaba zu sprechen, was einfach nur das zuckrige Anrührgetränkt bezeichnet. „Kaba? Das heißt doch Ovi!“, erhebt nun noch der ovomaltineverwöhnte Redaktionsschweizer das Wort. Aztekenkönig Montezumas Rache, sie erstreckt sich wohl nicht nur auf den Magen-Darm-Trakt, sondern auch noch auf das nun gänzlich cacauatl-verwirrte Sprachzentrum.

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