menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Stiegeler übernimmt Glasfaserausbau von UGG. Internet soll bald schneller werden

6 0
26.03.2026

Die ersten Vorbereitungen für den Ausbau des Glasfasernetzes sind schon im Gange. Uwe Fries, Vertriebsleiter der Stiegeler Internet Service GmbH, informierte jüngst in der Gemeinderatssitzung über das Vorhaben seines Unternehmens, anstelle von Unsere Grüne Glasfaser (UGG) den Glasfaserausbau in Murg und Niederhof zu übernehmen. Um das Netz planen zu können, sei die Sichtung der Infrastruktur aktuell im Gange, erklärte Fries. Noch in diesem Jahr will Stiegeler mit dem Ausbau beginnen.

Es waren schon einige Verträge unterzeichnet

Die Stiegeler Internet Service GmbH aus Schönau war bisher lediglich als Internetanbieter und in Kooperation mit der Firma UGG aus Ismaning bei München, einem Gemeinschaftsunternehmen der Allianz und der Telefonica Group,  in Erscheinung getreten. UGG hatte im Sommer 2024 den Glasfaserausbau in Murg und Niederhof angekündigt. Ein gern gehörtes Angebot, da es die Gemeinde nichts kosten sollte, ebenso wie in der Regel der Hausanschluss für die Bürger. Baubeginn sollte 2025 sein. Etliche Verträge waren unterzeichnet.

Aus den Ankündigungen wurde nichts

Es sollte bei der Ankündigung bleiben. Auf wiederholte Anfrage von Bürgermeister Adrian Schmidle teilte UGG im Dezember 2025 mit, dass sich der Ausbau verzögere. Bis Ende März sollte es Antworten geben. Neuerliche Kontaktversuche von Schmidle liefen ins Leere. „Wir stehen mit abgesägten Hosenbeinen da“, sagte der Bürgermeister.

Im März die erlösende Antwort

Im März erklärte Stiegeler dann gegenüber der Gemeinde, den Glasfaserausbau übernehmen zu wollen. Stiegeler wusste zu diesem Zeitpunkt bereits, dass UGG hier vor Ort nicht ausbaut, während die Gemeinde weiter auf eine offizielle Absage wartet. Auch in den Gemeinden Bad Säckingen, Wehr und Albbruck übernimmt Stiegeler von UGG.

Baukosten und sinkende Nachfrage macht zu schaffen

Der Vertriebsleiter skizzierte in diesem Zusammenhang die schwierige Situation auf dem Glasfasermarkt, dem hohe Baukosten und sinkende Nachfrage zu schaffen machen. Vielerorts herrsche Skepsis gegenüber dem Glasfaserausbau und vielen Menschen reiche DSL, wenn das halbwegs funktioniere. UGG konzentriert sich demnach mittlerweile auf die schon in Bau befindlichen Projekte, nachdem Allianz den Geldhahn zugedreht hat.

In der oberen Liga der Glasfaserfirmen

Auf Nachfrage aus dem Gremium, was Stiegeler im Gegensatz zur UGG für den Ausbau in Murg qualifiziere, verwies Fries auf die mittlerweile 30-jährige Erfahrung des Unternehmens und den großen Kundenstamm. Mit 90.000 Kunden für Internet, Telefon, Fernsehen und Mobilfunk und über 200 versorgten Gemeinden in Baden-Württemberg spielt Stiegeler in der oberen Liga der Glasfaserunternehmen mit. Rund 7 Millionen Euro investierte Stiegeler 2025 in den Glasfaserausbau der Region und schloss unter anderem Dogern und Hartheim am Rhein ab. „Wir suchen uns die Gemeinde aus, die wir uns zutrauen“, betonte Fries.

Doch der Hausanschluss wird etwas kosten

Anders als bei UGG wird der Hausanschluss bei Stiegeler jedoch nicht kostenlos sein. Allerdings sollen es moderate Preise sein, vor allem dann, wenn gleichzeitig ein Glasfaservertrag mit Stiegeler abgeschlossen wird. Die Kosten sind je nach Internetgeschwindigkeit gestaffelt, optional kann Fernsehen dazugebucht werden. Die schon bestehenden Internetverträge werden neu abgeschlossen. „Wer jetzt nicht mitmacht, hat später Probleme. Das wird teuer“, sagte Fries: „In ein paar Jahren ist die Kupfertechnologie weg.“ Eine Infoveranstaltung für die Bürger ist bereits in Planung. Die Firma Stiegeler rechnet mit einer Bauzeit von einem bis anderthalb Jahren.

Brigitte Chymo Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis

Glasfaserausbau Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis

Schönau Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis


© Südkurier