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Vaskuläre Demenz: Welche Symptome gibt es?

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16.03.2026

Vergesslichkeit gilt für viele als typisches Warnzeichen einer Demenz. Bei der vaskulären Demenz stehen jedoch oft andere Beschwerden im Vordergrund: Betroffene wirken unkonzentriert, denken langsamer, haben Probleme beim Gehen oder zeigen Stimmungsschwankungen. Gerade deshalb wird diese Demenzform häufig erst spät erkannt.

Was ist eine vaskuläre Demenz?

Von vaskulärer Demenz spricht man laut dem Patientenratgeber MSD Manuals bei Demenz-Erkrankungen, die durch Gefäßschäden und Durchblutungsstörungen im Gehirn verursacht werden. Dadurch wird das Gehirn in betroffenen Bereichen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Das kann geistige Fähigkeiten beeinträchtigen, etwa das Denken, die Aufmerksamkeit, die Orientierung, die Sprache oder das Verhalten. Häufig ist die vaskuläre Demenz eine Folge von Schlaganfällen oder mehreren kleinen, teils unbemerkten Hirninfarkten. Auch Mischformen mit Alzheimer kommen vor, besonders im höheren Alter.

Wodurch unterscheidet sich die vaskuläre Demenz von Alzheimer?

Wie die Alzheimer Forschung Initiative schreibt, ist ein wichtiger Unterschied zur Alzheimer-Demenz, dass bei der vaskulären Demenz häufig Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme sowie verlangsamtes Denken im Vordergrund stehen. Außerdem treten körperliche Symptome wie Gangstörungen oft früher auf als bei Alzheimer.

Der Verlauf ist ebenfalls oft anders: Vaskuläre Demenz kann plötzlich, schleichend oder stufenweise beginnen und sich zwischenzeitlich auch stabilisieren, während Alzheimer typischerweise langsamer und stetiger fortschreitet.

Welche Symptome sind typisch für eine vaskuläre Demenz?

Die Beschwerden können bei einer vaskulären Demenz sehr unterschiedlich sein. Welche Symptome auftreten, hängt vor allem davon ab, welche Bereiche des Gehirns geschädigt wurden und wie stark die Schädigung ist.

Typisch sind laut gesund-bund.de – einer Seite des Bundesgesundheitsministeriums – zunächst Veränderungen der geistigen Leistungsfähigkeit. Viele Betroffene haben Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme, denken langsamer oder haben Schwierigkeiten, alltägliche Aufgaben zu planen und umzusetzen. Auch Orientierung, Urteilsvermögen und Auffassungsgabe können nachlassen. Sprachprobleme sind ebenfalls möglich: Der Wortschatz kann kleiner werden und es fällt schwerer, die passenden Worte zu finden. Außerdem kann das Verhalten verändert sein. Manche Menschen wirken antriebslos oder teilnahmslos, andere zeigen Stimmungsschwankungen oder entwickeln Depressionen und Ängste. In einigen Fällen kommt es auch zu ungewöhnlichen emotionalen Reaktionen wie grundlosem Lachen oder Weinen.

Im Unterschied zur Alzheimer-Demenz treten bei vaskulärer Demenz häufiger auch körperliche Beschwerden auf. MSD Manuals zählt dabei Gangstörungen, Probleme beim Gehen, Schwindel oder Koordinationsstörungen auf. Auch Schluckstörungen oder Probleme mit der Blasenkontrolle können vorkommen. Wenn größere Bereiche des Gehirns betroffen sind, können zudem typische Schlaganfallsymptome auftreten, etwa Lähmungen, Taubheitsgefühle oder Sehstörungen.

Vergesslichkeit kann bei vaskulärer Demenz ebenfalls auftreten, steht jedoch vor allem zu Beginn der Erkrankung oft weniger stark im Vordergrund als bei der Alzheimer-Demenz.

Vaskuläre Demenz: Welche Symptome treten am Anfang häufig auf?

Vermuten Betroffene oder Angehörige eine vaskuläre Demenz, sollten sie laut der Alzheimer Forschung Initiative auf folgende frühe Symptome achten:

Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme

Schwierigkeiten, alltägliche Aufgaben zu planen oder zu bewältigen

Antriebslosigkeit oder Teilnahmslosigkeit

Vergesslichkeit, die jedoch oft weniger ausgeprägt ist als bei Alzheimer-Demenz

Wie sich die ersten Symptome zeigen, hängt auch von der Ursache der Erkrankung ab. Entwickelt sich die vaskuläre Demenz schleichend oder schrittweise, können die Beschwerden zunächst einer leichten kognitiven Störung ähneln. Wenn die Erkrankung dagegen durch einen Schlaganfall ausgelöst wird, können die Symptome auch plötzlich auftreten.

Wie wird die Diagnose für vaskuläre Demenz gestellt?

Wurden erste Symptome für vaskuläre Demenz bemerkt, kann eine Diagnose nur ärztlich gestellt werden. Am Anfang steht ein Gespräch über Beschwerden, Alltagsprobleme, Lebensumstände, Stimmung, Medikamenteneinnahme und Vorerkrankungen, erläutert das wissenschaftliche Portal gesundheitsinformation.de.

Besonders wichtig sind Hinweise auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes oder frühere Schlaganfälle. Hinzu kommen kognitive Kurztests oder neuropsychologische Untersuchungen, die unter anderem Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache und Urteilsfähigkeit prüfen. Bildgebende Verfahren wie CT oder MRT helfen, frühere Infarkte, Blutungen oder chronische Durchblutungsstörungen sichtbar zu machen. Außerdem werden Blutdruck, Blutwerte, Herzfunktion und neurologische Auffälligkeiten untersucht, um Gefäßerkrankungen zu erkennen und andere Ursachen auszuschließen.

Eine Heilung der vaskulären Demenz ist laut der Alzheimer Forschung Initiative bislang nicht möglich. Die Behandlung zielt vor allem darauf ab, Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Blutfette zu kontrollieren und weitere Gefäßschäden zu verhindern; zusätzlich können Medikamente und unterstützende Therapien helfen, Beschwerden zu lindern und den Alltag zu stabilisieren.

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