Jugend von der Politik im Stich gelassen? Sorry liebe Gen-Z, es ist Krieg in Europa
Gegen «la vie chère», das teure Leben: Jugendproteste in Paris.
«Junge Menschen haben das Gefühl, dass sie die Politik im Stich lässt», sagt der Generation-Z-Experte Julius E. O. Fintelmann im Interview mit dieser Zeitung. Treiber der aktuellen Jugendproteste in Europa macht er fest am Frust über gestiegene Mieten, marode Schulen, tiefe Einstiegslöhne und allgemein eingetrübte Zukunftsaussichten. Die Politik habe ihre Versprechen gebrochen, bilanziert er – und deshalb sei die Generation Z nun wütend.
Wütend sind die Jungen tatsächlich, wie uns die Szenen aus Paris zeigen. Um es klipp und klar zu sagen: Die Gewaltexzesse der antikapitalistischen Chaoten und der kriminellen Plünderer sind untragbar. Aber die grosse Masse der Protestierenden macht ihrem Ärger friedlich Luft. Ihre sozialpolitischen Forderungen sind legitim. Trotzdem muss man fragen, ob im Gefühl, «im Stich gelassen worden zu sein», nicht bereits ein fundamentaler Denkfehler steckt.
Die Realität ist: Es gibt kein Versprechen auf eine günstige Wohnung, einen sicheren Job, steigenden Wohlstand oder allgemein darauf, dass es jeder Generation automatisch besser gehen muss als der vorherigen. Wer glaubt, der Staat oder eben die Politik könne solche Versprechen einlösen, der irrt sich grundlegend.
Diesen Irrtum hat die Generation Z nicht erfunden. Sie ist in........
