menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Ist in Olten wirklich nichts los? Unser Kolumnist rechnet mit zwei Zürcher Hipstern ab

36 0
23.07.2026

Da sass ich wieder einmal gemütlich in der Variobar, als sich am Nachbartisch zwei Zürcher Hipster von der FH über Olten unterhielten. «Olten – klingt wie ein Dienstagmorgen im nebligen November. Nicht wirklich traurig. Einfach funktional. Ein hellgrauer Faserpelz aus dem Jahr 1997. Wie der Kaffee im SBB-Bistro, der schmeckt, als hätte ihn jemand mit Burn-out aufgegossen.»

«In Olten läuft gar nichts», sagte der andere. Ich wollte widersprechen. Wirklich. Aber irgendwie bin ich es leid geworden, Olten zu verteidigen. Denn vielleicht haben sie recht. Und vielleicht lieben wir Olten genau deshalb. Olten ist nämlich nicht langweilig. Olten ist der Endgegner des Schweizer Bünzlitums.

Nichts los? Leere Kirchgasse in Olten.

Nicht Zürich mit seinen Menschen, die sich für urban halten, weil sie «Flat White» sagen können, ohne dabei zu lachen. Nicht Zug mit seinen diskreten Millionären in Daunenwesten. Nein! Olten. Die Stadt, in der selbst die Tauben aussehen, als würden sie ehrenamtlich Kehrichtmarken kontrollieren.

Der Bünzli ist hier kein Mensch. Er ist ein Lebensgefühl. Eine spirituelle Haltung zwischen korrekt gefalteter Alufolie und passiv-aggressiven........

© Solothurner Zeitung