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Der Mieterschutz reicht nicht

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Heizungsgesetz und Mieterschutz: Warum steigende Nebenkosten Mieter künftig besonders hart treffen könnten

Der Mieterschutz reicht nicht

Die Koalition hat sich beim neuen Heizungsgesetz auf Klauseln für „Mieterschutz“ geeinigt. Doch diese sind unzulänglich. Vielfach droht, dass Nebenkosten massiv steigen.

Die schwarz-roten Koalitionäre haben sich beim letzten umstrittenen Punkt im neuen Heizungsgesetz geeinigt. Die SPD hat „Mieterschutz“ durchgesetzt. Doch vor allem Christdemokraten feiern sich als Wohltäter, die den Menschen die Freiheit im Heizungskeller zurückgeben. Der Kernpunkt: Neue fossile Heizungen, die Erdgas oder Erdöl verfeuern, sind auch künftig erlaubt.

Sorgfältig mit neuer Freiheit umgehen

Für Eigenheimbesitzer ist es ratsam, sorgfältig mit der neuen Freiheit umzugehen. Wer sich wieder fürs Fossile entscheidet, muss mit höheren Gebühren für Gasnetze, steigenden Preisen für Kohlendioxid und für Gas und Öl rechnen - auch weil von 2029 an teure Brennstoffe auf Bio-Basis beigemischt werden sollen.

Aber das mit Abstand höchste und zugleich kaum kalkulierbare Risiko sind Verteuerungen für fossiles Heizöl und Methan - wie es in der aktuellen Energiekrise gerade eindrucksvoll vorgeführt wird. Naheliegend ist, auf moderne Technik umzustellen: die Wärmepumpe.

Auch Vermieter müssen nachdenken. Sie sollen zum Schutz der Mieter künftig jeweils die Hälfte der Netzentgelte, des CO2-Preises und der Kosten für die Bio-Beimischungen tragen. Was zwar auf eine Minderung der Mieteinnahmen hinausläuft, allerdings im halbwegs überschaubaren Maß.

Deshalb werden sich Vermieter weiter für fossile Brennstoffe entscheiden. Denn neue Öl- und Gasbrenner sind insbesondere für größere Mietshäuser vielfach die erheblich einfachere und billigere Lösung gegenüber der aufwendigen Umstellung auf alternative Heizanlagen wie Fernwärme oder eben Wärmepumpen.

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Hinzukommt, dass Immobilienbesitzer bei Preissteigerungen für Erdöl und Erdgas nicht zur Kasse gebeten werden, dafür müssen allein die Mieter die Zeche zahlen - der Posten „Beschaffung und Vertrieb“ kann bis zu zwei Drittel des Gaspreises ausmachen.

Beim Weg zurück ins fossile Zeitalter ist die Gefahr groß, in Kostenfallen zu tappen. Am größten ist sie für Mieter, die keine Chance haben, diesen Gefahren aus dem Weg zu gehen.


© Solinger Tageblatt