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Ein guter Kompromiss ist besser als Streik

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15.02.2026

Ein guter Kompromiss ist besser als Streik

Ein guter Kompromiss ist besser als Streik

Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich auf mehr Geld für Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes der Länder geeinigt. Einen Streik zu riskieren, wäre übertrieben gewesen.

München. Es ist gut, dass es diese Einigung gibt. Nach wochenlangen Verhandlungen haben Arbeitgeber und Gewerkschaften sich auf eine Tariferhöhung für die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes der Bundesländer verständigt.

Als Ergebnis steigen die Löhne und die Zulagen für Schichtdienste, Regelungen zu Kündigungsschutz und Arbeitszeiten in Ost- und Westdeutschland werden angeglichen.

Dass die Tarifparteien eine ganze Weile brauchten, um zueinanderzufinden, gehört dazu – mit allen bekannten Elementen von Drohungen und Klagen, Warnstreiks und Nachtsitzungen.

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Gehalt als Wettbewerbsvorteil

Es wäre aber übertrieben gewesen, sich nach der vierten Verhandlungsrunde noch weiter zu verhaken. Die vor Monaten erzielte Tarifeinigung für die Beschäftigten von Bund und Kommunen konnte als Orientierung dienen, auch dort gibt es schließlich wie in den Ländern eine angespannte Finanzlage. Und auch öffentliche Arbeitgeber sind vom Fachkräftemangel betroffen – die Gehaltsfrage ist ein Wettbewerbselement.

Einen weiteren Effekt hat die Einigung: Weitere Streiks in diesem Bereich sind damit abgewendet – welch ein Segen.

Sympathie und Organisationsprobleme

Zwar ist das Verständnis für Streiks von Kita-Personal, Lehrern und ÖPNV- und Krankenhaus-Mitarbeitern in der Regel groß – denn dass die, die Kinder betreuen und unterrichten, die Kranke versorgen oder Busse fahren, vernünftig bezahlt werden sollten, erschließt sich leicht.

Aber wenn Kitas schließen, Busse nicht fahren und Operationen verschoben werden, macht das nun mal das Leben von Eltern, Pendlern und Kranken schwerer.

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Es zeigt sich einmal mehr: Von der Suche nach der Mittellinie profitieren in der Regel alle. Wer gerne auf 100-Prozent-Lösungen beharrt und Kompromisse als Zumutung betrachtet, sollte das bedenken.


© Solinger Tageblatt