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Wie der BHC einen Meilenstein im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga setzte

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27.03.2026

BHC überrascht mit dramatischem 35:34-Sieg beim HSV Hamburg – Das steckt dahinter!

KostenpflichtigKostenpflichtigWie der BHC einen Meilenstein im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga setzte

Der 35:34-Erfolg des Bergischen HC beim HSV Hamburg war in vielen Aspekten bemerkenswert. Vor allem aber war er ein deutlicher Fingerzeig an die Konkurrenz und wird als mentale Meisterleistung in Erinnerung bleiben, analysiert ST-Sportredakteur Thomas Rademacher.

Solingen/Hamburg. Das war schon ein Ding. Mit 35:34 setzte sich der Bergische HC beim HSV Hamburg durch und holte damit zwei ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt in der 1. Handball-Bundesliga. Wer solche Spiele gewinnt, steigt nicht ab – könnte man sagen, und es wäre nicht einmal vermessen. Denn entscheidend ist in diesem Fall auch, wie der Sieg zustande kam. Trotzdem ist der BHC natürlich noch lange nicht am Ziel, ein starkes Signal ist der Erfolg von Hamburg aber allemal.

BHC weit von optimaler Leistung entfernt

Denn die Bergischen waren weit davon entfernt, eine optimale Leistung zu zeigen. 14 technische Fehler standen auf dem Zettel des Trainergespanns Arnor Gunnarsson und Markus Pütz – eigentlich zu viele, um ein Bundesligaspiel zu gewinnen, in dem der Gegner nur sechs Stück fabriziert. Dazu haben die Löwen – ketzerisch formuliert – ab etwa der 16. Minute ohne Torhüter gespielt. Christopher Rudeck fand sehr gut ins Match, hatte fünf seiner sechs Paraden früh im Spiel. Der eingewechselte Lukas Diedrich kam nur an einen Ball heran. Der war allerdings Gold wert, verhinderte er doch in der 50. Minute die neuerliche HSV-Führung.

Das sind fünf Gründe für den Sieg

Und trotzdem verließ der BHC als Sieger das Feld. Weil er Hamburgs Schlussmann Robin Paulsen Haug bei einer ähnlich mauen Fangquote von 15 Prozent hielt. Weil er sich von Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen ließ, sogar in einer schwierigen Phase Mitte der zweiten Halbzeit irgendwie noch die Tore machte und Hamburg so die Riesenchance verpasste, sich ein wenig abzusetzen. Weil er in Tomas Babak einen Routinier in seinen Reihen hatte, der in diesen Momenten sachlich durchzog und die allgemeine Hektik in seiner unnachahmlichen Art auf ein Normallevel runterfuhr. Weil Fynn Hangstein, Sören Steinhaus und sogar Kim Voss-Fels – im siebten Erstliga-Spiel seiner im Sommer endenden Karriere – einfach weiter trafen und ihre technischen Fehler locker abschüttelten.

Und natürlich, weil der BHC Noah Beyer hatte, der sich bei fünf Würfen keinen Fehlversuch leistete und zwei davon in den wichtigsten Toren der Partie resultierten. Dass der Linksaußen im Sommer zum HSV Hamburg wechselt, war ihm in keiner Sekunde anzumerken. Er warf alles für den BHC rein, pushte sich emotional. So wie es immer aussehen sollte, wenn Spieler beteuern, dass sie bis zum letzten Tag alles für ihren alten Verein geben. Beyer hat das am Donnerstagabend gelebt. Und letztlich galt das für das ganze Team, das nach der Saison auch Eloy Morante Maldonado und Aron Seesing an Konkurrenten verliert.

Arnor und Markus haben es geschafft, in Bezug auf das Magdeburg-Spiel das Positive stärker als das Negative auf die Mannschaft wirken zu lassen

Arnor und Markus haben es geschafft, in Bezug auf das Magdeburg-Spiel das Positive stärker als das Negative auf die Mannschaft wirken zu lassen

Sportlicher Leiter des BHC

Es ist eine Sache, gegen das Über-Team SC Magdeburg stark zu spielen und 25:27 zu verlieren. Daraus folgt nicht, dass im nächsten Duell gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner Ähnliches gelingt. „Arnor und Markus haben es geschafft, in Bezug auf das Magdeburg-Spiel das Positive stärker als das Negative auf die Mannschaft wirken zu lassen“, analysiert Sportdirektor Fabian Gutbrod den Verdienst beider Trainer. Das kann man so stehenlassen. Denn eins ist klar: Ohne die absolute Überzeugung, dieses Spiel in Hamburg zu ziehen, wäre es nicht gezogen worden. Es war eine mentale Meisterleistung.

Für den Klassenerhalt braucht es weitere Punkte

Davon braucht es in den kommenden Wochen noch ein paar. Gegen Gummersbach, aber vor allem danach gegen Stuttgart, in Wetzlar, gegen Hannover und in Minden müssen für den Verbleib in der 1. Liga weitere Punkte her. Wie viele? Das ist offen. Aktuell haben die Löwen ein Polster von vier Zählern auf die Abstiegsregion. Das ist schön, aber längst nicht beruhigend.

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