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Orbáns gescheitertes Experiment: Die wunderbare Welt der illiberalen Demokratie

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20.04.2026

Man kann Viktor Orbán viel vorwerfen, nicht aber, dass er kein Konzept gehabt hätte. Er gab seiner Ideologie einen provokant-paradoxen Namen: illiberale Demokratie. 16 Jahre lang arbeitete er als Ministerpräsident daran, in Ungarn ein solches System zu errichten. Mit Erfolg. Ungarn diente als Anschauungsbeispiel für einen Staat, dessen politische und gesellschaftliche Werteordnung konträr zu jener der Europäischen Union aufgebaut war. Die Bürgerinnen und Bürger der EU konnten sich – argwöhnisch oder begeistert – ausmalen, ob sie selbst in einem solchen Staat leben wollten. Die Ungarinnen und Ungarn saßen in dem Experiment mittendrin.

Jetzt, nach 16 erfahrungsreichen Jahren, hat das ungarische Wahlvolk seine Entscheidung getroffen: Es will doch lieber in einem EU-Staat rechtsstaatlicher, liberaler Prägung leben als in einem illiberal-patriotisch-identitären nach Orbáns Modell.

Ist das überraschend? Ja, denn in anderen EU-Staaten – nicht zuletzt in Österreich – gewinnen Parteien Wahlen, die die EU verteufeln und Orbán nacheifern. Sie sprechen der Europäischen Union die Existenzberechtigung ab und bezeichnen sie als........

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