menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Die Drei von der Tankstelle

25 0
16.03.2026

Hafenecker: Bist du narrisch, heast! I war grad tanken, und de ham mi dort ausgsackelt bis auf die Unterhosen!

Kickl: Wir wollen sowohl im Sinne der Ortsbildverschönerung als auch unserer Wahlchancen hoffen, doss dos nur im übertragenen Sinn der Fall woa.

Hafenecker: Die Preise san a Wahnsinn, bitte! Wie machen des Leut, de net so a Spesenkonto haben wie wir?

Vilimsky: Gegenfrage: Seit wann interessiert uns des?

Hafenecker: Na ja …, eh net! Aber wenigstens kömma de Regierung wieder tögeln wie die Tanzbären deswegen.

Kickl: Na ja …, i weiß nit. Ich mach ma schon Sorgen. Die Spritpreise explodieren wegen dem Trump. Und wer sind die braven Schoßhunderln vom Trump? Werden sich die Leut da nicht möglicherweise bald was denken?

Vilimsky: Was, und uns quasi mit die Schuld geben? Niemals! Wir san nie an irgendwas schuld. Wir ham nie mit irgendwas was zu tun.

Hafenecker: Und wenn ma’s irgendwann doch nimmer abstreiten können – dann kömma uns drauf verlassen, dass es die Leut eh schnell wieder vergessen ham.

Kickl: Aber habt’s dos glesen? Laut einer neuen Umfrage sind die USA mittlerweile wegen dem Trump für 69 Prozent der Österreicher kein vertrauenswürdiger Partner mehr!

Vilimsky: Na und? Beim Putin isses noch schlimmer – aber schadet uns das? Wo wir ihm sogar die Kneissl als Hofnärrin geschickt haben?

Hafenecker: Und: Ohne den Putin wären keine Syrer in Österreich! Bei eam in Moskau is nur der Assad. Und net amoi des stört unsere Wähler.

Kickl: Ich versteh euch scho, ihr wollt’s darauf hinaus, dass uns nix was anhaben kann. Dass uns die Leut wählen, egal welchen Blödsinn wir reden oder anstellen. Aber Hochmut kommt vor dem Fall, Freunde!

Hafenecker: Er is immer so vorsichtig. Mit ihm würd ich sofort in die Berg gehen.

Kickl: Aber ich mit dir nicht.

Vilimsky: Du glaubst also net, dass wir uns alles erlauben können?

Vilimsky: Dann nimm das! Wer war Spitzenkandidat, als es der FPÖ erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik gelungen ist, bei einer bundesweiten Wahl Erster zu werden? No? No?

Kickl: Ja ja, ich weiß. Das war ein gewisser Harald Vilimsky bei der EU-Wahl.

Vilimsky: Aha! Und was sagt uns des?

Kickl: Dass die Leut einfach vollkommen schmerzbefreit san.

Vilimsky: Die wählen mittlerweile sogar einfach so mich, bitte! Mich!! Net amoi ich tät mich wählen.

Hafenecker: Und simma uns ehrlich, Herbert: Du bist als Spitzenkandidat in Wirklichkeit a net so der Heuler.

Kickl: Ich muss doch sehr bitten!

Hafenecker: Aber es macht ja nix! Schau dir die Umfragen an. Und du wärst fast Kanzler worden, wenn du net so …, äh, so …

Hafenecker: … so prinzipientreu wärst!

Vilimsky: Es is einfach wirklich so: Die Leut wählen uns net wegen uns, sondern trotz uns.

Hafenecker: Und trotz allem anderen auch. Die wählen uns als … Idee.

Vilimsky: Ganz so, als hätt ma irgendeine, hehe!

Kickl: Trotzdem, trotzdem … wir müssen aufpassen. Der Orbán hat si dem Trump an den Hals geworfen und geht bei der Wahl jetzt grad unter.

Hafenecker: Ja, nach 15 Jahren an der Macht. Aber wir ham ja net amoi no angfangt!

Kickl: Und der Trump selber könnt a schneller untergehen, als ma glaubt ham. Was mach ma dann?

Vilimsky: Na ja … Zumindest der Putin bleibt uns ja auf jeden Fall no länger erhalten. 

Hafenecker: Er – oder eins von seinen Doubles.

Kickl: Vielleicht sollten wir unsere außenpolitische Doktrin trotzdem etwas anpassen.

Vilimsky: Welche Doktrin?

Hafenecker: Der kennt unsere außenpolitische Doktrin nicht! Aber Hauptsache, in Brüssel sitzen!

Kickl: Dort ist er eh nie.

Vilimsky: Ah, meinst du: „Führer befehlt – wir folgen?“

Kickl: Genau die. Vielleicht sollte man das etwas … neutraler gestalten. Ein bissl mehr Distanz wahren in Zukunft. Damit wir nicht irgendwann Watschen kassieren, die uns andere einbrocken.

Vilimsky: Aber … was wird aus meinen ganzen Dienstreisen in die USA? Als diplomatischer Rechtsverbinder? Die würde ich höchst ungern aufgeben. Man kann den Impact, den die haben, gar nicht hoch genug einschätzen.

Hafenecker: Den Impact auf was?

Vilimsky: Wenn ich noch zu zwei Konferenzen von der Erika Kirk flieg, hab ich meine Bonusmeilen für Tahiti beisammen.

Kickl: Man kann sich auf niemanden verlassen. Also stehen wir in Zukunft nicht mehr nur für „Austria first“, sondern für „Austria alone“. Was meint’s?

Hafenecker: Jawohl! Harald?

Vilimsky: Bis jetzt reichen meine Bonusmeilen aber nur für Gran Canaria. Da war i scho.


© profil