Mit der «Wohlwende» in die fünfte Jahreszeit: Unser Kolumnist freut sich auf die Playoffs mit dem EHC Olten
Mit der «Wohlwende» in die fünfte Jahreszeit: Unser Kolumnist freut sich auf die Playoffs mit dem EHC Olten
Ruedi Studer ist seit 30 Jahren EHCO-Fan. In der aktuellen Kolumne schreibt er über die Gefühlslage kurz vor der entscheidenden Phase der Saison.
Eishockeyfans im Kleinholz: Retten die Playoffs die Saison des EHC Olten?
Fasnacht – die fünfte Jahreszeit ist vorbei. Gut eine Woche lang wurde gechesselt, gefeiert, geschränzt, gesungen und getanzt. Ein buntes Treiben. Ganz nach dem Motto: Kurz, aber heftig. Allerdings muss ich die Fasnächtler belehren. Die wahre fünfte Jahreszeit ist nicht vorbei. Sie ist noch gar nicht angebrochen! Sie startet nämlich erst nächste Woche. Am 24. Februar.
Nun dürfte es auch dem hinterletzten Fasnächtler dämmern. Genau! Der EHC Olten startet an diesem Tag in die Playoffs. Dann ist alles vergessen. Die durchzogene Saison, die vertändelten Siege, die haarsträubenden Niederlagen. Das blamable Cup-Aus. Alles beginnt bei Null. Und egal, wo wir nach der Liga-Qualifikation stehen – wir träumen vom Aufstieg. Jedes Jahr aufs Neue. Selbst dann, wenn wir kein Aufstiegsgesuch gestellt haben. Der EHCO – eine Leidenschaft.
Eine Leidenschaft, die manchmal eben auch Leiden schafft. Mittlerweile ist es wohl meine 30. Saison, in der ich den Club als Fan begleite. Zwar habe ich auch zuvor den einen oder anderen Match besucht, doch zum regelmässigen Zuschauer wurde ich ab 1996. Damals absolvierte ich beim Oltner Tagblatt ein Praktikum und der damalige OT-Sportredaktor schleppte mich an die Spiele mit. Seither gehört mein Fanherz dem EHCO.
Ich bin nicht der einzige Kolumnist, dem es so geht. Auffallend oft wird der Club in diesen Zeitungsspalten zum Thema. Zu Recht. Denn welcher Club löst in der Region Olten derartige Emotionen aus? Mut, Hochmut, Demut, Unmut, Heldenmut. Nicht einfach ein Null-Acht-Fünfzehn-Verein, sondern «Hollywood». Glanz und Gloria. Ein Verein mit Spektakel auf und neben dem Eis. Ideal für selbsternannte Eishockeyexperten und Sprücheklopfer, mit denen ich so manchen Abend im Kleinholz verbringe. Da muss man «dem Puck eine Chance geben», mit «mehr Zug aufs Tor» agieren oder einfach mal «da hingehen, wo es weh tut».
Kolumnist Ruedi Studer.
Wir schwelgen in Erinnerungen an legendäre Derbys, ebenso an schillernde Figuren auf dem Eis, an der Bande oder in der Führungsetage. Kommen die EHCO-Ausländer nicht auf Touren, dann rufen wir nach Billy Tibbetts, der in der Saison 2007/2008 neun Spiele (14 Scorerpunkte, 78 Strafminuten) für den EHCO absolvierte. Ein brillanter Spieler auf dem Feld, der neben der Bande aber derart über die Stränge schlug, dass er nach wenigen Wochen in die Wüste geschickt wurde. Gerüchtemässig wurde der Amerikaner per Polizeieskorte in den Flieger nach Hause gesetzt.
Natürlich geben auch die Trainer zu allerlei Fachsimpeleien Anlass. Welcher bringt die Spieler auf Hochtouren? Welcher hat den Draht zu ihnen verloren? Und welcher hat wann warum kein Timeout genommen oder den Goalie zu spät durch einen sechsten Feldspieler ersetzt?
Seit Monaten versuche ich, dem heutigen OT-Sportredaktor (derselbe wie schon 1996) eine Schlagzeile schmackhaft zu machen: Nun kommt die «Wohlwende»! Oder so ähnlich. Schliesslich sind mit Headcoach Christian Wohlwend unsere Hoffnungen verbunden. Die Hoffnung auf die Wende, die Trendwende – ja eben, die Wohlwende. Bei jedem EHCO-Tor reibe ich ihm die Wortschöpfung unter die Nase. Er schüttelt dann stirnrunzelnd den Kopf und irgendeiner meiner Kleinholz-Kollegen faselt beim nächsten Gegentreffer was von «Wohl-am-Ende» statt Wohlwende.
Wir Eishockeyfans sind hart im Nehmen. Solange die Saison nicht zu Ende ist, ist die Saison nicht zu Ende. Mit jedem Spiel ist die Wohlwende noch möglich. Nun halt in den Playoffs. In den Viertelfinals steht der EHCO – stehen wir – voraussichtlich dem HC Thurgau oder dem HC La-Chaux-de-Fonds gegenüber. Die fünfte Jahreszeit beginnt! Hoffentlich mit einem entscheidenden Unterschied zur Fasnacht: Zwar auch heftig, aber laaang. Hopp Oute!
* Ruedi Studer ist Bundeshaus-Journalist beim «Blick» und lebt in Olten.
EHCO-VR-Präsident Marc Thommen im grossen Interview: «Ich bin nicht der Typ, der einfach davonläuft»
Es liegen unruhige Wochen hinter dem EHC Olten, welche in der Freistellung von Sportchef Thomas Roost gipfelten. Nun schildert Verwaltungsrats-Präsident Marc Thommen im grossen Interview seine Sicht der Dinge.
Jetzt redet der gefeuerte EHCO-Sportchef: «Ich brauche keine Zampano-Auftritte mit Coiffeurheftli-Psychologie»
Am 15. Januar wurde Thomas Roost als Sportchef des EHC Olten freigestellt. Am Dienstag trat er auch als Verwaltungsrat zurück. Nun stellt sich der 65-Jährige den Fragen dieser Zeitung - und nimmt dabei kein Blatt vor seinen Mund.
«Den Zappelphilipp spielen ist nicht immer die Lösung»: Das grosse Interview mit EHC-Olten-Trainer Christian Wohlwend
Der EHC-Olten-Trainer Christian Wohlwend spricht im grossen Interview über verpasste Timeouts, sein Verhältnis gegenüber der Mannschaft und einem Trainerjob in der National League.
Andreas Zürchervor 5 Tagen0 EmpfehlungenHerr Studer, vielleicht können Sie auch noch der SZ Redaktion mitteilen, wie schön es wäre als SZ Leser, aktuelle Resultate von den Match zu lesen. Die Aargauer Zeitung kann es!0 Empfehlungen
Herr Studer, vielleicht können Sie auch noch der SZ Redaktion mitteilen, wie schön es wäre als SZ Leser, aktuelle Resultate von den Match zu lesen. Die Aargauer Zeitung kann es!
Stefan Hauservor 7 Tagen2 EmpfehlungenSehr gut geschrieben :-) Danke Ruedi :-)2 Empfehlungen
Sehr gut geschrieben :-) Danke Ruedi :-)
