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Kapitalismus verdirbt Sägemehl-Romantik

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06.09.2026

Kapitalismus verdirbt Sägemehl-Romantik

Der Kilchberger Schwinget war die letzte Oase der wahren Sport- und Sägemehl-Romantik. Geld spielte keine Rolle. Es ging um den edlen Wettstreit und um Dankbarkeit. Aber der neumödische Sägemehl-Kapitalismus ist stärker als Tradition und Romantik. Geld hat den Charakter des Festes in Kilchberg verdorben.

Zuschauer verfolgen den Kilchberger Schwinget in Kilchberg.

Die Entstehungsgeschichte des Kilchberger Schwinget ist bereits allerhöchste Sportromantik: Dr. Emil Huber (1879 bis 1938) ist Jurist, Verleger, Förderer des nationalen Brauchtums und Gutsbesitzer mit abgeschlossener Vermögensbildung. Das Eidgenössische am 14. und 15. August 1927 in Luzern erbost ihn und viele der 10'000 Fans. Im Schlussgang stellen Fritz Hagmann und Ernst Kyburz nach gut 20 Minuten. Kein Sieger. Wer ist nun König?

Zunächst kündigt das Einteilungs-Kampfgericht einen «Spezialausstich» der vier Punktbesten an. Nach rund einer Stunde Beratung wird ganz auf diesen zusätzlichen Ausstich verzichtet und der nach acht Gängen führende Henri Wernli zum Schwingerkönig gekrönt, obwohl er gar nicht im Schlussgang gestanden hatte.

Die kuriose Entscheidung sorgt beim Publikum und in der Presse für erhebliche Kritik auch........

© Oltner Tagblatt