Zwischen Ende und Anfang
Zwischen Ende und Anfang
Im Rahmen eines Theaterstücks hat sich unsere Kolumnistin mit dem Abschiednehmen auseinandergesetzt – und dabei wichtige Erkenntnisse gewonnen.
Abschiede kommen mir selten gelegen. Oft schleichen sie sich leise an, fast unbemerkt, bis sie plötzlich da sind und sich nicht mehr verdrängen lassen. Sie fühlen sich für mich manchmal an wie ein unerwarteter Stich von hinten. Das liegt nicht daran, dass sie wirklich überraschend wären, sondern daran, dass ich sie innerlich gerne noch ein Stück hinauszögern würde.
Vor einigen Jahren habe ich in einem Theaterstück mitgewirkt, das sich ein ganzes Jahr lang mit genau diesem Thema beschäftigte: dem Abschiednehmen. Wir setzten uns intensiv damit auseinander und redeten über Trennungen, den Tod und die kleinen Momente des Auseinandergehens im Alltag. Nach den Aufführungen wurde ich oft gefragt, ob mir das Abschiednehmen dadurch leichter falle. Ich hatte damals keine klare Antwort darauf. Heute habe ich eine und sie fällt ernüchternd aus: nein, eher nicht.
Abschiednehmen fällt vielen Leuten schwer.
Gerade in den........
