«Ich fuhr einmal in die Hölle und zurück» – Wie Guido A. Zächs Vision unserem Leben Halt gab
«Ich fuhr einmal in die Hölle und zurück» – wie Guido A. Zächs Vision unserem Leben Halt gab
Mit dem Tod von Guido A. Zäch verliert die Schweiz einen Pionier der Paraplegiker-Medizin. Für mich war das Paraplegiker-Zentrum in Nottwil lange nur ein Name – bis mein Mann einen Tumor im Rückenmark bekam und aus Distanz existenzielle Hoffnung wurde.
Guido A. Zäch und das Paraplegiker-Zentrum in Nottwil waren mir lange kein Begriff. Bis vor etwa neun Jahren, als ich mich dort für eine Stelle im Social-Media-Bereich bewarb. Ich bekam sie nicht. Ich machte mir kaum Gedanken darüber. Auch die Spendenbriefe, die danach mehrmals jährlich kamen, legte ich meist beiseite. Das änderte sich im März 2025.
Mein Mann hatte einen Tumor. Im Rückenmark. Fast 15 Zentimeter lang. Zwischen dem zweiten und sechsten Halswirbel. Ependymom. Ein Name, der sich in mein Hirn eingebrannt hat, wie ein heisses Eisen in die Haut eines Rindes.
Eine Operation war unausweichlich. Eine Bestrahlung in dieser Grössenordnung nicht möglich. Die möglichen Risiken waren nicht vorhersehbar. Es könnte eine kleine Lähmung sein. Oder eine komplette Tetraplegie.
Paraplegiker-Zentrum Nottwil mit der Skulptur «Ring of Life» der Zhou Brothers. Die 1990 von Guido A. Zäch gegründete Spezialklinik gehört zur Schweizer Paraplegiker-Gruppe.
Der Neurochirurg gab uns Hoffnung. «In zwei Monaten wird Pedro wieder laufen», sagte er im Inselspital Bern. Und: «Gehen Sie für die Rehabilitation ins Paraplegiker-Zentrum nach Nottwil.»
Da war es wieder. Diese Klinik, die mich über Jahre still begleitet hatte. Der Ort, dem ich nie grössere Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Warum auch? Ich glaubte stets, dass meinen Liebsten nichts wirklich Schlimmes geschehen würde. Krebs,........
