Die falsche Lehre aus dem Fall Credit Suisse
Die falsche Lehre aus dem Fall Credit Suisse
Von Alexandra Janssen
Nicht die politisch umstrittenen AT1-Anleihen haben versagt, sondern die Krisenvorsorge, schreibt unsere Gastautorin, die Anlageexpertin und Ecofin-Chefin Alexandra Janssen.
Wie sollen die Risiken der UBS für die Schweiz minimiert werden? Diese Frage beschäftigt die Politik derzeit. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Jede Unternehmung finanziert sich mit unterschiedlichen Arten von Kapital: KMU mit Eigenkapital, einem Kredit auf die Geschäftsliegenschaft, einem Darlehen aus der Familie oder einem Bankkredit. Grosse Firmen nutzen zusätzlich kündbare und nicht kündbare Obligationen und Wandelanleihen. Entscheidend bei der Wahl sind die Anforderungen der Investoren und die Art der Geschäftsrisiken.
Diese Überlegungen gelten auch für Banken. Die Situation vor allem grosser, international tätiger Banken ist aber wegen der Art und Handhabung des Geschäfts deutlich anders. Etwa die Hälfte der Bilanz sind Kundeneinlagen, weitere etwa 15 Prozent Obligationen. Eigenkapital halten die Banken in der Grössenordnung von 5 Prozent. Hinzu kommen 1,5 Prozent Notfall-Obligationen (AT1-Anleihen), was bei der UBS rund 20 Milliarden Dollar entspricht. Der Rest der Bilanz entfällt auf besicherte Finanzierung, Handelspositionen und übrige Passiven. In der Schweiz haben neben der UBS auch die Zürcher und die Luzerner Kantonalbank, Raiffeisen und Julius Bär solche Notfall-Obligationen ausstehend.
AT1-Anleihen stehen zwischen Aktien und Obligationen. Sie tragen, vereinfacht gesagt, das Risiko einer Aktie und........
