menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Defizit, Deutschlandticket, Trassenpreis: Höchste Eisenbahn für eine Bahnreform!

18 0
27.03.2026

Trassenpreisbremsen und Deutschlandticket-Dynamisierungsregelungen – klingt alles nicht sexy. Aber in der Summe dessen, was in jüngster Zeit in der Bahnwelt zusammenkam, wird klar: Hier werden Signale gesetzt für eine Verkehrswende im System Schiene. Jetzt sind die Gesetzgeber in Bund und Land gefordert, daraus schnellstmöglich einen Rahmen für die Bahn in den nächsten ein bis zwei Jahrzehnten zu liefern. Sonst droht eine Irrfahrt.

Fangen wir mit der guten Nachricht an: Das Deutschlandticket ist endlich gekommen, um zu bleiben. Allerdings mit stetig steigenden Preisen. Nicht schön, aber einigermaßen berechenbar für die Kundinnen und Kunden, die künftig von jährlichen Zitterpartien verschont sind, ob und zu welchem Preis es denn nun weitergeht.

Die zweite Nachricht könnte noch eine gute werden: Der Fernverkehr der DB hat massiv Miese eingefahren. In den ICEs und ICs bleibt jeder zweite Platz leer, zudem ist jeder zweite Zug zu spät. Einfachste Lösung: Man lässt nur noch die pünktlichen Züge fahren.

Spaß beiseite: Bahnchefin Evelyn Palla ist gefordert, hinzuschauen, wie sich Verkehrsströme von den schicken weißen Zügen zum Regionalverkehr verlagert haben. Die Versuche, mit Dumping-Preisen die Flaggschiffe der Bahn zu füllen, reichen nicht. Weniger Züge im Netz sind eine Chance: Der Verkehr auf den maroden Schienensträngen läuft dann etwas stabiler.

Bahnreform nötig: EU-Urteil zwingt zu neuen Regeln im Nahverkehr

Reduzierungen drohen jedoch eher im gefragten Nahverkehr, wo die EU die Bevorzugung der Regionalzüge per Gerichtsurteil gebremst hat. Hier ist eine Neuregelung fällig: Echte Kostenklarheit, ein reines Nutzungsentgelt muss reichen. Dass Mittel für Regionalzüge in die Sanierung jener Infrastruktur fließen, die die Bahn über Jahrzehnte verkommen ließ, ist absurd. Also: Eine echte neue Bahnreform muss her, die den Ansprüchen des EU-Rechts, den Interessen der Kunden und den Erfordernissen der Verkehrswende gleichermaßen gerecht wird.


© NRZ