Und nun Kubicki: Ausgerechnet das Schlachtross soll die FDP retten
Raus aus dem Bundestag, bei den jüngsten Landtagswahlen eingruppiert in das Lager der „Sonstigen“: Die FDP zerbröselt in der Bedeutungslosigkeit. Ausgerechnet die Partei, die das politische System der Nachkriegszeit geprägt hat.
Dabei gibt es in der Bevölkerung nach wie vor eine Sehnsucht nach liberalen Antworten und Haltungen. Nach einem Staat, der auf Bildung, Förderung und Leistung setzt – statt auf Umverteilung. Der Rahmenbedingungen schafft und ansonsten die Menschen mehr oder weniger in Ruhe lässt. Doch dieses Profil hat sich im Klein-Klein der Ampel-Regierung verflüchtigt.
Und nun soll ausgerechnet das Schlachtross Wolfgang Kubicki die FDP retten. Der 74-Jährige soll die Jungen davon abhalten, die AfD zu wählen, die Frauen gewinnen, die sich nicht von der FDP angesprochen fühlen, und die Wähler zurückholen, die zur Union übergelaufen sind. Oder – wie in Baden-Württemberg – gar zum durchaus liberalen Grünen-Lager.
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Kubicki inszeniert sich als streitbarer Liberaler mit altem FDP-Charme
Kubicki ist ein streitbarer Liberaler, er kommuniziert pointiert, mitunter auch provokativ. Das ist durchaus eine Stärke. Doch seine lockere, bisweilen unterhaltsame Art kippt schnell ins Joviale, was an die politischen Auseinandersetzungen der Bonner Republik erinnert. Dass er Frauen charmant anspricht und gerne flirtet, gibt er selbst zu. Und diese Mischung führt dann zu Sätzen wie: „In Berlin würde ich zum Trinker werden, vielleicht auch zum Hurenbock. Und dann geht die Geschichte irgendwann im Bett weiter.“
Dass jetzt das Urgestein der FDP zur Auferstehung verhelfen soll, zeigt, wie kaputt die Partei wirklich ist, wie weit sie entfernt ist von neuer Ausstrahlung, frischen Ideen und einem klaren Zukunftsprofil. Mal sehen, was sich Kubicki zur Rettung der FDP einfallen lässt. Mit flotten Sprüchen und altväterlichem Geplauder ist es jedenfalls nicht getan.
