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13 Jahre »Zwangsräumung verhindern«: Der Vorreiter im Hintergrund

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15.04.2026

»Ob Nuryie und Kalle – wir bleiben alle!« So lautete die Parole rebellischer Mieter*innen, die nicht ohne Widerstand ihre Wohnungen räumen lassen wollten. Im Jahr 2013 blockierten Hunderte Menschen eine Gerichtsvollzieherin, die die Familie Gülbol in Berlin-Kreuzberg aus ihrer Wohnung werfen wollte. Die Gerichtsvollzieherin musste unverrichteter Dinge umkehren. Wenige Wochen später konnte sie die Räumung mit einem großen Polizeiaufgebot dann doch noch durchsetzen. Der Stadtteil war über Stunden von der Staatsmacht abgeriegelt, Hubschauer kreisten über dem Kiez. Wieder waren viele solidarische Menschen auf den Straßen. Mit dieser Aktion wurde das Berliner Bündnis »Zwangsräumung verhindern« zu einem Vorbild für Mieter*innenwiderstand über die Grenzen Berlins hinaus. 

13 Jahre später scheint es um das Bündnis still geworden zu sein. Dabei trifft man sich noch immer einmal im Monat in einem Stadtteilzentrum in Kreuzberg. An einem Abend, den »nd« begleitet, sitzt dort ein Dutzend Menschen um einen großen Tisch versammelt. Die meisten wollen nicht mit vollem Namen in der Zeitung stehen.

»Die Zeit der spektakulären Berichte ist vorbei. Das Thema hat an Neuigkeitswert verloren«, sagt Matthias, der schon vor 13 Jahren aktiv war. »Doch auch die........

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