Trump bombt im Iran fürs heimische Umfragehoch
Für jede undurchsichtige Aktion Donald Trumps als US-Präsident gibt es bekanntlich einen alten erklärenden Tweet. Das trifft auch auf den aktuellen Krieg zu: »Obama wird den Iran angreifen, weil er nicht verhandeln kann«, postete Trump 2013. Oder ein Jahr zuvor: »Jetzt, da Obamas Umfragewerte im Keller sind – wartet nur ab, bis er einen Angriff im Iran startet.« Jenen Angriffsbefehl gab Obama nie, er handelte stattdessen ein Abkommen aus.
Trump aber kündigte dies schnell auf und versprach ein besseres. Darin hat der »Meister der Deals« bis heute versagt. Und seine Umfragewerte sind ein halbes Jahr vor den Zwischenwahlen im Kongress historisch schlecht.
Sinkt der Rückhalt nun weiter? Schließlich gab sich Trump ein Image als Isolationist, der Frieden bringe, Kriege beende und nicht starte: »Wir müssen die gescheiterte Politik von Nation-Building und Regime-Change aufgeben«, sagte er bereits 2016. Auch dafür wählten ihn die kriegsmüden Amerikaner. Seine treuesten Anhänger wird ihn das dennoch nicht kosten, denn sie sind längst in einem Kult gefangen, der Kritik am Führer verbietet. »Er wird gute Gründe haben«, sagen sie nun in diversen Online-Videos, auch wenn Trump diese Gründe höchstens andeutet und keineswegs mit Beweisen untermauert.
Sollte Trump jedoch darauf zählen, ihm und seiner Partei würden nun wieder mehr Wähler zulaufen, ist das ein Trugschluss. Die Kritik an ihm fokussiert sich hauptsächlich auf zu hohe Preise im Supermarkt oder an Tankstellen. Und die werden mit diesem Krieg eher weiter steigen.
