„Wir schieben die falschen Leute ab“: Flüchtlingsberaterin fordert Umdenken bei Abschiebe-Praxis
Die Liebe war der Grund. Die Liebe zu einem Deutschen hat Sophie Frieling vor 18 Jahren aus dem Westjordanland nach Deutschland geführt. Sie weiß, wie es ist, in einem fremden Land anzukommen, sie kennt Hoffnungen und Herausforderungen. Seit zehn Jahren arbeitet sie nun selbst mit Flüchtlingen. Die aktuelle Abschiebe-Praxis ist für die 52-jährige Flüchtlings- und Integrationsberaterin der Kitzinger Caritas ein Paradox: „Wir schieben die falschen Leute ab!“
Friedrich Merz‘ Devise lautet: hartes Durchgreifen bei Abschiebungen. Wie sieht die Praxis aus?
SOPHIE FRIELING: Es werden oft Menschen abgeschoben, die viel Potenzial für die Zukunft Deutschlands hätten. Sie werden abgeschoben, weil sie quasi unter einem falschen Paragrafen hier sind. Andere, die vielleicht nichts Gutes bringen, unter Umständen sogar tickende Zeitbomben sind, dürfen bleiben, nur weil sie unter dem richtigen Paragrafen hier sind.
Unsere Abschiebe-Gesetze sind fehlerhaft?
FRIELING: Das Problem ist, dass Paragrafen niemals den persönlichen Kontakt ersetzen können. Kürzlich wurde ein junger Mann abgeschoben, der schon seit sechs Jahren in Deutschland lebte. Er hatte familiären Anschluss und Arbeit, war sehr gut integriert. All das nützte nichts: Er musste nach Rumänien zurück.
Diana Fuchs Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis
97318 Kitzingen Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis
Neuanfang Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis
