menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

«Töpflischiisser» – und warum Eselspinguine Kiesel lieben

23 0
06.03.2026

«Töpflischiisser» – und warum Pinguine Kiesel lieben

Ein «Wheelie» bringt drei Kantone ins Grübeln. Und ich frage mich: Weshalb soll man es einfach halten, wenns auch kompliziert geht?

Mit Punkten verzierte Kieselsteine.

Kürzlich musste die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts in Bellinzona einen Fall klären, der zuvor drei Staatsanwaltschaften beschäftigt hatte, wie in dieser Zeitung zu lesen war. Ein Motorradfahrer hob illegalerweise das Vorderrad im Luzernischen und setzte es im Aargau wieder ab . Erste Ermittlungen dazu machten die Zürcher. Sie suchten anhand von Instagram-Profilen Personen, die mit sogenannten «Wheelies» prahlen. Wer aber sollte sich nun um den Fall kümmern? Luzern befand, das Delikt habe zwar hier begonnen, sei aber im Aargau beendet worden. Aargau meinte, das Delikt sei abgeschlossen in Luzern, der Aargau sei nur von den Folgen betroffen gewesen. Bellinzona verdonnerte schliesslich den Aargau, den Fall zu übernehmen. Warum soll man es einfach halten, wenn es auch kompliziert geht?

Dazu kommt mir eine Episode aus einer Weiterbildung in den Sinn. Ein Teilnehmer stellte irrelevante Fragen und ritt penetrant darauf herum. Da bemerkte eine Mitstudentin aus Deutschland laut: «Das ist jetzt aber Korinthenkackerei.» Ich verkniff mir das Lachen und die Bemerkung, dass das im Luzernischen «Töpflischiisser» heisse. Sonst hätte man mich womöglich gleich mitgemeint.

Dabei habe ich eigentlich nichts gegen «Töpfli». Ich finde sie zum Beispiel ganz hübsch auf Kleidern. Jacken mit Polka Dots sind gerade wieder total in. Zudem suche ich gerne glatte, runde Kieselsteine, die ich mit vielen bunten «Töpfli» verziere und gelegentlich verschenke. Die Reaktionen sind meistens äusserst positiv. Die Investition von etwas Zeit und Kreativität ist oft mehr wert als grosse Gesten, um zu zeigen: «Ich habe an dich gedacht.»

Übrigens machen das die Eselspinguine ähnlich, wie ich vor Kurzem bei einem Besuch im Zoo erfuhr. Will ein männlicher Pinguin ein Weibchen beeindrucken, sucht er einen schönen Kiesel und legt ihn ihr vor die Flossen. Nimmt sie ihn an, bleiben sie zusammen. Bemerkenswert ist: Er verziert den Stein vorher nicht mit «Töpfli», und er fährt meines Wissens auch keine Wheelies. Manchmal reicht offenbar schon ein schlichter Kiesel, um im Leben Fahrt aufzunehmen.

Verbotenes Töff-Manöver löst Streit zwischen drei Staatsanwaltschaften aus

Ein Motorradfahrer reisst im Kanton Luzern das Vorderrad in die Luft und setzt es im Kanton Aargau auf den Boden. Der Verstoss gegen das Strassenverkehrsgesetz wird von Zürcher Behörden festgestellt. Welche Staatsanwaltschaft ist zuständig?

Google mag das Luzerner Hinterland nicht

Auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, ob Ettiswil zum Hinterland gehört, musste der Autor frustrierende Erfahrungen mit der KI machen.

«Heiliger Sankt Florian, dreh bitte das Windrad woanders an»

Unser Autor geniesst in Heiligkreuz die herrliche Aussicht – und trifft auf einen Besserwisser. Dieser bringt ihn nicht aus der Ruhe.

Noch keine Kommentare. Geben Sie die erste Meinung zum Artikel ab.


© Luzerner Zeitung