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Mein Thema: Red Tagging

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06.03.2026

Mein Thema: Red Tagging

Gedanken zu einer philippinischen Revolutionskirche, mit der die Christkatholische Kirche eine Gemeinschaft bildet.

Ich besuche zur Zeit die Philippinische Unabhängige Kirche, eine Kirche mit einer katholischen Liturgie, sieben Sakramenten – aber unabhängig vom Papst im Rom. Ganz ähnlich wie meine eigene Kirche – kein Wunder, stehen die beiden seit 1965 in Kirchengemeinschaft.

Anders als die christkatholische Kirche, die im bürgerlichen Milieu entstand, ist die Philippinische Unabhängige Kirche eine Revolutionskirche. Sie entstand um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, als sich die Filipinos gegen die spanische Kolonialherrschaft zur Wehr setzten. Ihr Kirchengründer Gregorio Aglipay war Feldgeistlicher der Revolutionstruppen. Seit damals versteht sie sich als Kirche der Armen und des einfachen Volks. Heute weiht sie Frauen ins geistliche Amt, heisst LGBTQ-Menschen willkommen, bekämpft Korruption, prangert Ausbeutung durch internationale Konzerne an.

Progressive Kirchenleute, Journalisten und Intellektuelle werden auf den Philippinen leicht Opfer von «Red Tagging», d. h. sie werden als Kommunisten und Umstürzler gebrandmarkt. Dies dient dann als Vorwand für Repression und Gewalt. Bischof Alberto Ramento von der Philippinischen Unabhängigen Kirche fiel 2013 einem politischen Mord zum Opfer; er wird als Märtyrer verehrt.

Adrian Suter Pfarrer der Christkath. Kirchgemeinde Luzern adrian.suter@ christkatholisch.ch

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