Berlinale: Tagesschau und Regierungspolitiker hetzen gegen palästinensischen Regisseur
Berlinale: Tagesschau und Regierungspolitiker hetzen gegen palästinensischen Regisseur
Die Tagesschau unterstellt dem syrisch-palästinensischen Regisseur Abdallah Alkhatib auf der Berlinale eine "Hassrede" gehalten zu haben. Politiker der Regierungsparteien sprechen von Antisemitismus.
Am Samstagabend fand die Preisverleihung der Berlinale statt. Bei der Preisverleihung äußerten sich die libanesische Regisseurin Marie-Rose Osta, die für den Film „Someday, a child“ ausgezeichnet wurde, und der syrisch-palästinensische Filmemacher Abdallah Alkhatib, der für seinen Film „Chronicles from the Siege“ für das beste Spielfilmdebüt ausgezeichnet wurde, kritisch gegenüber Israel.
Alkhatib bezeichnete die Bundesregierung als Partner des Genozids in Gaza durch Israel und solidarisierte sich mit den unter Besatzung lebenden Palästinenser:innen und forderte zudem Freiheit für Palästina bis zum Ende der Welt. Er nahm auch Bezug auf die Aussagen des prestigeträchtigsten Regisseurs und Vorsitzenden der Berlinale-Jury Wim Wenders. Auf einer Pressekonferenz auf die fehlende Solidarität mit Palästina angesprochen, antwortete er, dass Filmemachen das „Gegenteil von Politik“ sei, obwohl sich die Berlinale in der Vergangenheit mit den Menschen in Iran und der Ukraine solidarisiert hatten und derselbe Wenders 2024 die Berlinale noch dafür gelobt hatte, das politischste aller großen Filmfestivals zu sein. Der syrisch-palästinensiche Regisseur dagegen sagte, dass man, bevor man über Kino redet, erst über Politik reden sollte.
In dem Titelbild eines Reels auf dem Instagram-Kanal der Tagesschau wird die Dankesrede von Alkhatib als „Hassrede“ bezeichnet. Auf der Website der Tagesschau selbst lautet die Schlagzeile „Eklat bei Berlinale-Preisverleihung“, die später in „Empörung nach Gaza-Eklat bei der Berlinale“ geändert wurde.
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) verließ den Saal aus Protest. Weitere Hetze und die üblichen Antisemitismusvorwürfe kamen von CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann, der von „antisemitischen Ausfällen“ und „abstoßenden Szenen“ sprach. Auch der Berliner Bürgermeister Kai Wegner (CDU), der in Berlin für die heftigen Repressionen gegen die Palästina-Bewegung verantwortlich ist, spricht von angeblichem „Israel-Hass“, der vom Regisseur verbreitet werde.
Die Aussagen und die Berichterstattung machen erneut deutlich, dass der deutsche Staat und seine Medien bedingungslos hinter dem israelischen Apartheidsstaat stehen, dessen Genozid an den Palästinenser:innen die letzte und die aktuelle Bundesregierung ideologisch und finanziell unterstützt haben.
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