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Aus dem Leben eines Mossad-Spions im Iran

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01.02.2026

Als sein Wagen an der roten Ampel zum Stehen kommt, zieht ein Polizeiauto neben ihn und hält an. Teheran in der Nacht. Der Mann am Steuer weiß: Ein falscher Blick, eine unbedachte Bewegung – und alles ist verloren. »Wenn ich jetzt einen Fehler mache, ist es vorbei«, wird er später sagen. Sekunden dehnen sich. Dann fährt der Streifenwagen weiter. Der Mann atmet aus. Wenige Stunden später wird er eine Rakete abfeuern. Er ist ein Agent des israelischen Geheimdienstes Mossad im Iran.

Der Mann tritt in der investigativen Sendung »Uvda« unter dem Decknamen »Arash« auf. Sein Gesicht ist unkenntlich gemacht, der Aufnahmeort geheim. Das Interview wurde laut Angaben aus der Redaktion noch vor den jüngsten regimekritischen Protesten im Iran aufgezeichnet.

Arash ist etwa 40 Jahre alt und beschreibt, wie sein Bruch mit dem Regime früh begann: Bereits in der Schule sei er mit Hass auf Israel und die USA indoktriniert worden. Ein Schlüsselerlebnis folgte, als er elf Jahre alt war. Seine siebzehnjährige Schwester wurde verhaftet und geschlagen, weil sie kein Kopftuch trug. Der Vater bezahlte für ihre Freilassung, und kurz darauf verließ die Familie den Iran und emigrierte in ein westliches Land.

Doch der Wunsch, gegen das Regime in Teheran zu handeln und Freunden zu helfen, blieb. Dieses Gefühl habe ihn jahrelang begleitet, sagt er. »Ich wusste, dass ich eines Tages etwas tun muss.« Mit 30 habe er »aus einer........

© Juedische Allgemeine