„Keine Ausreden mehr“
Vor dem Sitzungssaal des Justizausschusses der Knesset drängen sich an diesem Morgen Dutzende Menschen. Viele halten Fotos von Getöteten und ehemals Entführten in den Händen, andere tragen Schilder mit der Aufschrift »State Commission Now« – »Unabhängige Kommission jetzt«. Es sind Angehörige der Opfer des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023, Überlebende und Unterstützer, die gekommen sind, um zu protestieren – und um gehört zu werden. Doch nur wenige von ihnen dürfen den Saal tatsächlich betreten.
Währenddessen beginnen drinnen die ersten Beratungen über die von der Regierung geplante und politisch eingesetzte Untersuchungskommission, um herauszufinden, wie es zu dem verheerenden Überfall der Hamas mit mehr als 1200 Toten und 251 Geiseln auf israelischer Seite kommen konnte.
Der Ausschussvorsitzende Simcha Rothman von der rechtsextremen Partei Religiöser Zionismus hat die Zahl der zugelassenen Teilnehmer stark begrenzt. Begründet wird dies mit Sicherheitsauflagen und dem Ziel, »Ordnung aufrechtzuerhalten«. Kritiker sehen darin jedoch einen weiteren Versuch, die Stimmen der Opferfamilien zu kontrollieren oder auszublenden.
Rothman betont zwar, ihm sei bewusst, dass sich unter den Demonstrierenden Hinterbliebene und Menschen befänden, »deren Welt zerstört........
