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Große Worte, leiser Rückzug – und Israel bleibt zurück

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15.04.2026

15. April 2026 – 28. Nissan 5786

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Große Worte, leiser Rückzug – und Israel bleibt zurück

Für Israel war US-Präsident Donald Trumps harte Linie gegen Iran eine sicherheitspolitische Rückendeckung. Jetzt, wo Trump rhetorisch abrüstet, entsteht ein strategisches Vakuum

Die Rhetorik war eindeutig, ja brachial: totale Zerstörung, kompromisslose Härte, keine halben Maßnahmen. Donald Trump hatte den Iran einst mit maximalem Druck überzogen – politisch, wirtschaftlich und verbal. Die Botschaft war klar: Die Vereinigten Staaten würden dem iranischen Regime mit aller Konsequenz entgegentreten.Heute scheint davon wenig übrig geblieben zu sein.

Der Rückzug – politisch wie strategisch – ist unübersehbar. Was bleibt, ist eine Lücke. Und in diese Lücke blickt vor allem ein Land mit wachsender Unsicherheit: Israel.

Denn für Israel war Trumps harte Linie mehr als nur Rhetorik. Sie war eine sicherheitspolitische Rückendeckung. Die Sanktionen gegen Iran, die Aufkündigung internationaler Abkommen, die klare Positionierung gegen Teheran – all das signalisierte: Israel steht im Ernstfall nicht allein.Mit dem Rückzug dieser Klarheit entsteht ein strategisches Vakuum.

Israel sieht sich seit Jahren mit einer realen Bedrohung konfrontiert: Irans Einfluss in der Region wächst, ob durch die Hisbollah im Libanon, Milizen in Syrien oder direkte Drohungen aus Teheran. Die Sorge vor einem nuklear bewaffneten Iran ist kein politisches Schlagwort, sondern Teil einer existenziellen Sicherheitsdoktrin.

Wenn nun die laut angekündigte Entschlossenheit aus Washington einer vorsichtigeren,........

© Juedische Allgemeine