Mit einer Prise Antisemitismus in den Elysée?
04. Mai 2026 – 17. Ijar 5786
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Mit einer Prise Antisemitismus in den Elysée?
Mit 74 nimmt Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon zum vierten Mal Anlauf auf das Präsidentenamt. Dabei operiert er gezielt mit antisemitischen und antiisraelischen Narrativen
Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen wird sich das Augenmerk darauf richten, wer Zweitplatzierter wird und die Stichwahl erreicht. Denn aktuellen Umfragen zufolge haben die beiden möglichen Kandidaten des rechten Rassemblement National (RN), Marine Le Pen und Jordan Bardella, einen großen Vorsprung vor allen übrigen Bewerbern.
Stünde Le Pen auf dem Stimmzettel, käme sie einer Umfrage von dieser Woche zufolge auf 32 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang. Sollte sie dagegen wegen einer rechtskräftigen Verurteilung wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder nicht zur Wahl im April 2027 antreten dürfen und das RN stattdessen seinen Parteivorsitzenden Bardella aufstellen, käme dieser sogar auf 35 Prozent - fast doppelt so viel wie der bestplatzierte Kandidat aller anderen politischen Kräfte.
Amtsinhaber Emmanuel Macron ist nach zwei Amtsperioden im Elysée-Palast eine erneute Kandidatur nicht mehr gestattet. Aus seiner politischen Bewegung Renaissance will sich der frühere Premierminister und jetzige Fraktionsvorsitzende in der Nationalversammlung Gabriel Attal um die Nachfolge bewerben. Doch in den Umfragen liegt Attal aktuell bei nur 14 Prozent.
Einst war Mélenchon Minister der Sozialisten
Auch der frühere Präsident François Hollande, der 2024 ein Mandat in der Nationalversammlung errungen hatte, könnte seinen Hut in den Ring werfen. »Ich bereite mich vor«, verlautete der sozialistische Politiker wenig kryptisch vergangene Woche in einem Interview. 2017 verzichtete Hollande als Amtsinhaber auf eine erneute Kandidatur um das höchste Staatsamt – wohl, weil er chancenlos gewesen wäre. Zwar gilt der 71-Jährige bei vielen Franzosen als solide, aber auch als farblos.
Das wiederum würde über Jean-Luc Mélenchon niemand sagen. Einst Mitstreiter Hollandes in der Sozialistischen Partei (PS) und von 2000 bis 2002 Minister in der Regierung des kürzlich verstorbenen Lionel Jospin, hat der 74-Jährige eine ähnliche Entwicklung durchlaufen wie Oskar Lafontaine in Deutschland.
2008 trat Mélenchon aus der PS aus; ein Jahr später ließ er sich für die Linke ins Europäische Parlament wählen, wo er acht Jahre lang saß. 2012 trat er zur Präsidentschaftswahl an und erreichte im ersten Wahlgang 11 Prozent der Stimmen. Auch 2017 und zuletzt 2022 warf Mélenchon seinen Hut in den Ring. Mit knapp 22 Prozent der Stimmen lag er aber hinter Macron (27 Prozent) und Le Pen (24 Prozent) und verpasste die Stichwahl.
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