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„Oft weiß man gar nicht, wie viel Kraft in einem steckt“

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26.06.2026

26. Juni 2026 – 11. Tamus 5786

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»Oft weiß man gar nicht, wie viel Kraft in einem steckt«

Die 95-jährige Holocaustüberlebende war aus Israel nach Prag gekommen, um bei der Verlegung der »Stolpersteine« für ihre in der Schoa ermordeten Eltern dabei zu sein

Im Oktober wird sie 96, doch zum Rasten hat Eva Erben keine Zeit. Ihr Terminkalender ist immer voll. »Ich habe einfach zu viele Appointments«, sagt sie halb klagend, halb witzelnd am Telefon. Vor zwei Wochen kam die Holocaustüberlebende für zehn Tage aus Israel, wo sie seit 1948 lebt, in ihre alte Heimat Tschechien. Erben traf dort Freunde, gab Interviews und genoss die Zeit.

In der Prager Vilová-Straße, nicht weit entfernt vom jüdischen Friedhof, auf dem auch Franz Kafka begraben liegt, steht noch das Haus ihrer 1945 von den Nazis ermordeten Eltern. Es gehört ihr nicht mehr. »Es wurde uns erst von den Nazis und später von den Kommunisten gestohlen.« Doch auf dem Gehsteig vor dem Wohnhaus war die einzige Tochter des Unternehmer-Ehepaares nun persönlich dabei, als für Marta und Jindrich Löwidt »Stolpersteine« verlegt wurden.

Die Zeremonie wurde vom liberalen Rabbiner David Maxa geleitet. Der schrieb anschließend auf seiner Facebook-Seite: »Heute, nach mehr als 80 Jahren, kehrte Eva Erben, die Theresienstadt, Auschwitz und den Todesmarsch überlebt hat, in das Haus ihrer Eltern Marta und Jindřich Löwidt zurück. Sie war heute nicht nur eine Tochter, die an ihre Eltern und den Ort erinnerte, an dem sie einst mit ihnen glücklich war. Sie stand dort auch........

© Juedische Allgemeine