„Jetzt kommt wieder Ihre Israelphobie“
10. April 2026 – 23. Nissan 5786
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Armin Laschet im Deutschlandfunk
»Jetzt kommt wieder Ihre Israelphobie«
Im Interview wies der CDU-Politiker mit harschen Worten DLF-Moderator Thielko Grieß zurecht, welcher zuvor Israel scharf kritisiert hatte
Armin Laschet war kurz angebunden am Freitagmorgen, als ihn Thielko Grieß im »Deutschlandfunk« begrüßte. Denn der Moderator eröffnete das Interview mit dem Ex-CDU-Chef und Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses mit einer langen Litanei über die israelische Politik.
»Da hat sich einiges angehäuft«, sagte Grieß. »Das israelische Militär hat den Gazastreifen weitgehend zerstört, hält einen Teil Syriens besetzt, hat die Todesstrafe de facto nur für Palästinenser aus dem Westjordanland eingeführt, wo Israel weiter unverdrossen Siedlungen entstehen lässt. Israel hat den Iran-Krieg maßgeblich initiiert, will nun einen Teil des Libanons wohl besetzen und bombardierte auch in der vergangenen Nacht weiter Ziele im Libanon. Wann reagiert die Bundesregierung?«
Er bekam nur eine knappe Erwiderung: »Jetzt haben Sie sehr lange Ihre Meinung zu Israel dargestellt...« Nein, da handele sich doch um Fakten und nicht um seine persönliche Meinung, blaffte Grieß zurück. Daraufhin Laschet: »Und ich frage mich, auf was soll die Bundesregierung da reagieren? Sie haben jetzt zweieinhalb Jahre Israel-Politik aufgelistet. Dann müssten Sie mir einfach eine Frage stellen: Auf was soll die Bundesregierung reagieren?«
Der Moderator ließ sich nicht abbringen. Erneut prangerte er Israel an und versuchte, seinem Gesprächspartner etwas über »die anhaltende Gewalt, die das israelische Militär ausübt in seinen Nachbarländern«, zu entlocken. Laschet wurde zusehends patziger: »In welchen Nachbarländern, lieber Herr Grieß? Sagen Sie mir bitte die Nachbarländer, dann antworte ich darauf!«
Es war eine Finte. Denn der Politiker wusste natürlich, dass der Libanon gemeint war. Von dort, fuhr Laschet fort, werde Israel seit vielen Jahren angegriffen. »Die Hisbollah wird vom Iran unterstützt, und es gehört mit zum Selbstverteidigungsrecht, dass man im Nachbarland, wo die Hisbollah tätig ist, also quasi im iranisch besetzten Teil des Libanon, aktiv werden kann. Das muss verhältnismäßig sein, und wie es in den letzten Tagen war, ist es nicht verhältnismäßig.« Der Libanon habe aber zum ersten Mal seit Jahrzehnten direkte Gespräche mit........
