»Große Irritation« nach Gründung eines neuen liberalen Rabbinatsgericht
19. Mai 2026 – 3. Siwan 5786
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»Große Irritation« nach Gründung eines neuen liberalen Rabbinatsgericht
Die Jüdische Gemeinde zu Berlin und die Union progressiver Juden haben ein Beit Din gegründet. Die Allgemeine Rabbinerkonferenz kritisiert den Schritt als »Spaltungsmanöver«
Am Montag haben die Jüdische Gemeinde zu Berlin und die Union progressiver Juden in Deutschland (UpJ) mitgeteilt, ein gemeinsames Rabbinatsgericht, ein sogenanntes Beit Din, gegründet zu haben. An das neue »Zentrale Liberale Bet Din Deutschland« könne sich jede jüdische Gemeinde wenden. Das neue Beit Din mit Sitz in Berlin und Bielefeld habe unverzüglich seine Arbeit aufgenommen.
Ein Beit Din (hebräisch: בית דין, »Haus des Gerichts«) ist ein rabbinisches Gericht, das in der Regel aus drei Rabbinern (in liberalen Strömungen auch Rabbinerinnen) besteht, die in Tora und Talmud ausgebildet sind. Als religiöse Entscheidungsinstanz begleitet es zum Beispiel Übertritte zum Judentum, regelt Scheidungen und klärt Statusfragen. All dies, so die Berliner Gemeinde in ihrer Pressemitteilung, werde auch das neue Gericht erledigen.
Die Gründung ist Teil eines seit Jahren schwelenden Konflikts zwischen liberalen Rabbinerinnen und Rabbinern, der bereits vorher zu Parallelstrukturen geführt hat: So existieren in Deutschland derzeit zwei liberale Rabbinerseminare beider Gruppen. Die Einrichtung eines eigenen Rabbinatsgerichts von Seiten der Berliner Gemeinde und der UpJ ist dabei ein weiterer Schritt. Denn die Allgemeine Rabbinerkonferenz (ARK) betreibt bereits seit 2005 ein liberales Beit Din.
»Keil in die liberaljüdische Welt treiben«
Entsprechend fiel auch die Reaktion des Vorstandes der ARK aus: Sie nehme die Neugründung »mit größter Irritation« zur Kenntnis, hieß es am Dienstagmorgen. Die ARK erhebt schwere........
